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09.05.2006 14:00:00
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Neaera
© Metal Blade Records GmbH
Münster/Westfalen im Sommer 2003: Der bisher in einer Deathgrind-Formation namens MALZAN aktive Gitarrist Tobias Buck gründete ein Nebenprojekt, das in Richtung Moshcore mit schwedischen Einflüssen tendieren sollte. Das ursprüngliche Line-up stand mit Sebastian Heldt (d), Benny Hilleke (v) und Benjamin Donath (b) recht schnell. Kurz vor dem ersten Auftritt entstand der Bandname: THE NINTH GATE. Kurz nach diesem Gig stieß als Letzter Stefan Keller an der zweiten Gitarre zu dieser aufstrebenden Combo, deren Kreativoutput er durch seine tief im Hardcore und Death Metal verwurzelten Riffideen merklich bereicherte.
Im Anschluss wurden in erster Linie neue Songs geschrieben und gleichzeitig die alten Stücke durch die neu gewonnene, zweite Gitarre verfeinert und überarbeitet. So begaben sich die Jungs im Februar 2004 ins Docma-Klang-Studio in Osnabrück, um an zwei Wochenenden ein Demo einzuspielen. Das Ergebnis erwies sich als sehr zufriedenstellend. Speziell der Sound, den Produzent Matze den sieben Tracks und dem ergänzenden Outro verpasst hatte, war für eine Demo-CD ungewöhnlich fett.
Das Demo wurde sofort verschiedensten Leuten (sowohl Fans, als auch Label-Offiziellen) vorgespielt. Obwohl die Band stets nur positives Feedback von allen Seiten bezüglich ihrer Mucke erfahren hatte, sollte das, was dann folgte, sämtliche Erwartungen bei weitem übertreffen…
Am 2.April des Jahres 2004 - nicht einmal ein Jahr nach Gründung der Band und wenige Monate, nachdem aus dem Quartett ein Quintett geworden war - bekamen THE NINTH GATE von Metal Blade Records einen Plattenvertrag angeboten. Für die fünf Metalheads war buchstäblich ein Traum wahr geworden. Hinzu kam die Einsicht, dass ein neuer Bandname für die alte, aus der Not geborene Bezeichnung her musste. Als Ergebnis wurde etwas gewählt, das als repräsentativ in Bezug auf die Gesamtbotschaft der Band erachtet werden konnte: Der Name einer Figur aus der griechischen Mythologie; der Name einer Frau, die in die sexuelle Sklaverei geboren, ein Leben lang geächtet, unterdrückt und ausgebeutet worden war. Der Name der Frau lautete NEAERA.
Unter diesem Banner wurde der Vertrag bei Metal Blade Records dingfest gemacht. Im November 2004 ging es direkt bei Produzenten-Altmeister Andy Classen ins Stage-One Studio im ländlichen Bühne, um das erste Album aufzunehmen. Das NEAERA-Erstlingswerk "The Rising Tide Of Oblivion" erschien am 21. März 2005 und konnte mit fast ausschließlich positiven Rezensionen für Aufmerksamkeit sorgen.
Die junge Band sah sich nach Erscheinen ihres Debuts erstmalig mit vielen Interviews, Konzertanfragen und medialem Interesse konfrontiert, so dass aus dem als Nebenprojekt geplanten Quintett mittlerweile eine erstzunehmende, wachsende, deutsche Metal/Death-Metalcore Band wurde. Nach einigen Wochenendshows war es im September/Oktober 2005 endlich Zeit für die Erfüllung von Traum Nummer 2 nach dem Plattenvertrag: Die erste große Europa Tour im Vorprogramm von namhaften Szenegrößen. NEAERA spielten 24 shows im Rahmen der Hell on Earth Tour mit HEAVEN SHALL BURN, AS I LAY DYING, EVERGREEN TERRACE, AGENTS OF MAN und END OF DAYS. Die Tour entpuppte sich persönlich, musikalisch sowie karrieretechnisch als absoluter und bis dato größter Erfolg. Zahlreiche Wochenendshows in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Holland, Dänemark und Estland folgten. Eine weitere, kurze Tour mit CALIBAN, FEAR MY THOUGHTS, DESTINY und NARZISS rundete das erfolgreiche Jahr ab. Insgesamt spielte die Band im Jahr 2005 ca. 60 – 70 Konzerte.
Auch songwritertechnisch blieben die Jungs nicht unproduktiv. Bereits im Juli wurde ein Termin bei der aufstrebenden Produzentengröße Jacob Hansen in den dänischen Hansen Studios (FEAR MY THOUGHTS, MAROON, COMMUNIC, SOUL DEMISE) für Januar 2006 gemacht. Der Songwritingprozess erstreckte sich über das gesamte Jahr, in dem Tobias Buck, Stefan Keller und Sebastian Heldt pro Monat ca. einen neuen Song schrieben. Die Zusammenarbeit mit Jacob Hansen erwies sich als ausgezeichnet und überaus zufriedenstellend.
New CD:
NEAERA: Let The Tempest Come

cdreview - NEAERA: Let The Tempest ComeNEAERA haben mit ihrem Debüt "The Rising Tide Of Oblivion" einen ziemlichen Hammer rausgehauen, der es wirklich verdammt lange in meinem Player aushielt und sicher für die ein oder andere Review-Verspätung gesorgt hat. Und das, obwohl die Scheibe bei mir erst auf den dritten oder vierten Run gezündet hat. Lange Rede, kurzer Sinn: Die Spannung auf den nächsten Streich der Münsteraner war groß. Zwischen unzähligen Gigs und Touren haben es die Jungs geschafft, den aktuellen Rundling nahezu erschreckend schnell nachzuschieben. Übermotiviert? Müssen wir dafür mit Qualitätseinbußen rechnen? Die Antwort ist: Nein. Immerhin wurde auch das Debüt ziemlich schnell auf die Beine gestellt, warum also nicht auch der Nachfolger?

Da ist es nun, das Objekt dieser Tirade: "Let The Tempest Come". Und es ist unverkennbar NEAERA. Solide Death Metal-Stampfer mit rasanten Ausbrüchen in Richtung Black Metal, verbunden mit groben Mosh-Parts und filigranen Melodien. Aber "Let The Tempest Come" ist kein zweites "The Rising Tide Of Oblivion" geworden. Lassen wir die Katze an dieser Stelle aus dem Sack: Trotz aller Qualität kommt der Neuling für mich nicht ganz an das Debüt heran. Begründen kann ich es nicht. Es ist einfach da. Ich habe die elf Tracks nun unzählige Male gehört, der Spaßfaktor ist hoch, die Songs unglaublich fett, aber der Suchtfaktor, den der Vorgänger bei mir erzeugt hat, ist bei diesen Songs einfach geringer. "Let The Tempest Come" kommt ganz, ganz dicht hinter "The Rising Tide Of Oblivion". Aber eben trotzdem dahinter.

Was hat sich überhaupt verändert? Insgesamt würde ich es so ausdrücken: "Let The Tempest Come" ist ein gutes Stück aggressiver, Sänger Benny hat die Anteile an Growls wie versprochen deutlich erhöht (eine unbeschreiblich gute Entscheidung!), cleane Parts gibt es gar keine mehr (eine fast noch bessere Entscheidung!). Der Mosh ist ein bisschen in den Vordergrund gerückt und walzt sich einen guten Schwung offensiver aus den Boxen. NEAERA sind 2006 ein Stück kompromissloser, aber auch komplexer geworden. "Let The Tempest Come" zielt einerseits voll geradeaus in die Fresse, wartet aber andererseits mit weitläufigem Songwriting auf, das von direkten Grooves, unverwüstlichen Thrash-Parts, heftigen Bolzattacken, bis hin zu fast träumerischen Gitarrenmelodien reicht, nur um den Hörer dann abrupt wieder in hämmernde Breakdowns fallen zu lassen. Komplexität und Brutalität wurden also angehoben, was mit dazu führt, dass die Songs sich nicht ganz so schnell ins Gehör fräsen, wie erwartet, dafür aber einen äußerst hohen Langzeitfaktor haben. Und hier ist der kleine Nachteil zu "The Rising Tide Of Oblivion": Das Teil hatte beides.

Das Ganze klingt zu negativ? Das liegt vielleicht daran, dass du nicht weißt, wie gut "The Rising Tide Of Oblivion" für mich wirklich war. "Let The Tempest Come" ist ein wahnsinnig gutes Album geworden, von dem sich eine ganze Menge Bands eine riesige Scheibe abschneiden können. Oder auch zwei. NEAERA haben nicht versucht, ihr Debüt zu kopieren, und ein Stück Musik geschaffen, das man als logischen Schritt in die Zukunft werten kann. Für mich bleibt nur zu hoffen, dass es die Münsteraner schaffen, dieses Niveau zu halten und stattdessen lieber den Terminkalender weniger eng gestalten. Denn, obwohl ich "The Rising Tide Of Oblivion" eine kleine Ecke besser fand, will ich auf ein Album, wie "Let The Tempest Come" keinesfalls verzichten. Denn hier stimmt einfach so vieles. Harte, abwechslungsreiche und anspruchsvolle Musik, gepaart mit wütenden Vocals und Texten, die zum Nachdenken anregen und klare Statements setzen. Egal, wie kurz es die Band erst gibt, wer im Jahre 2006 noch immer nichts von NEAERA gehört hat, der hat definitiv ganz gewaltig gepennt.


Veröffentlichungstermin: 07. 04. 2006

Spielzeit: 50:42 Min.

Line-Up:
Benny Hilleke - Vocals
Tobias Buck - Guitars
Stefan Keller - Guitars
Benjamin Donath - Bass
Sebastian Heldt - Drums


Produziert von Jacob Hansen
Label: Metal Blade Records

Homepage: http://www.neaera.com


Tracklist:
01. Mechanisms Of Standstill
02. Let The Tempest Come
03. Plagueheritage
04. God-Forsaken Soil
05. Heavenhell
06. Desecrators
07. The Crimson Void
08. I Love The World
09. Paradigm Lost
10. Life Damages The Living
11. Scars Of Gray

reGenBogEnGiRl1 hähä deana han i s´bier usgschänkt =)
vor 5 Jahren und 6 Monaten.