informationen
  • über mich:
    ficken,feiern,fröhlich sein!!! Hi Leute! Wenn ihr…
  • alle anzeigen
23.05.2006 14:00:00
Einstellungen
Auswahl

ohne titel

Fast 15 Jahre lang war er Berlins Vorzeige-Club - jedenfalls für Techno-Fans. Nun macht der Tresor zu, ohne dass die Betreiber eine neue Bleibe für den Club gefunden hätten. Fans und Mitarbeiter können das bei einer Stadt mit so viel Brachland nicht verstehen.

Berlin. (11.04.2005, 14:25 Uhr) - Wenn in den kommenden Wochen die Stahlwände des Techno-Clubs „Tresor” zersägt, ans Tageslicht geholt und abtransportiert werden, beerdigt Berlin damit eine seiner Kult- Marken. 14 Jahre lang hatte sich die Techno-Szene in dem ehemaligen Tresorraum der Wertheim-Bank am Potsdamer Platz ein allnächtliches Stelldichein gegeben. Mit wummernden Beats bis zu einer Lautstärke Marke Düsenjet von 120 Dezibel reifte hier in der Aufbruchstimmung der Wendezeit der Techno als neuer Musikstil heran. Im ältesten Techno-Club der Stadt wurden an den beiden Plattentellern DJs wie Sven Väth zu Stars, hier hatte Moby 1992 seinen ersten Auftritt in Europa.

Seit dem Zweiten Weltkrieg hatte den Tresorraum mit den hunderten, aufgebrochenen Schließfächern an den Wänden niemand mehr betreten, bis ihn 1991 Dimitri Hegemann entdeckte, damals schon mit einigen Underground-Clubs Herbergsvater der aufkeimenden Techno-Szene. „Nach dem Mauerfall gab es genug Freiraum für subkulturelle Unternehmer, davon hat Berlin gezehrt”, erinnert sich Hegemann.

Längst haben sich heute die Disko und das dazugehörige Platten-Label zur in der Szene weltbekannten Institution gemausert, deren Fans und mehr als 50 Mitarbeiter nicht verstehen, warum in einer der Städte mit dem bundesweit meisten Brachland keine neue Bleibe gefunden wird. Bardame Katja arbeitet seit vielen Jahren hier, das sei etwas „ganz besonderes” gewesen, sagt sie. „Ich werde die Ausgelassenheit und Wildheit vermissen.” Sie habe Angst, dass sich die Szene jetzt verlaufen werde.

Sie tanzen nicht mehr lange - der Tresor macht Ende der Woche für immer zu. Foto: David Heerde.
Wichtiger Berliner Ort

Auf dem Vorplatz des „Tresor” haben die Betreiber Grill und Ausschank aufgebaut. Hegemann sitzt an einem Biergartentisch, blickt auf die schicken Bauten am Potsdamer Platz und schüttelt den Kopf. „Sehen Sie sich um, hier gibt es so viel Leerstand”, sagt Hegemann. Nun solle noch ein seelenloses Bürogebäude gebaut werden. „Berlin verpasst eine irre Chance, das 'Tresor' ist eine Marke mit starker Außenwirkung und auf der ganzen Welt prägend für das Genre.” Zudem sei das Unternehmen gesund, schreibe schwarze Zahlen.

Auch aus touristischer Sicht sei eine solche Stätte wichtig. „Das ist das, was Kids zum Beispiel auf Abiturs-Fahrt in Berlin suchen.” Der Senat, kritisiert Hegemann, setze sich nicht genug ein, um eine neue Bleibe zu finden. Das sieht Torsten Wöhlert, Sprecher von Kultursenator Thomas Flierl (PDS), naturgemäß anders: „Wir haben Hegemann ein Schreiben gegeben, das ausweist, dass das 'Tresor' aus kulturpolitischer Sicht wichtig ist und bei der Suche unterstützt werden muss.” Alles leere Worte, erwidert Hegemann. „Die lassen uns hier verhungern.” Seine Anfrage beim Liegenschaftsfonds sei bislang erfolglos geblieben.

Alles muss raus

Die Suche, verspricht Hegemann, soll weiter gehen, auch das Inventar - inklusive Schließfächer, werde man mitnehmen. Doch mit der Party ist am kommenden Sonntag - irgendwann an „High Noon” - erstmal Schluss. Bis dahin soll jede Nacht gefeiert werden. Für den Endspurt geben sich noch einmal all diejenigen DJs die Ehre, die von Anfang an dabei waren und dem puren Techno, der seinen Zenit längst überschritten hat, weiterhin die Stange halten: Paul van Dyk, Marusha, Love Parade-Macher Dr. Motte.

23.05.2006 14:00:00
Einstellungen
Auswahl

ohne titel

Es steht fest: Der Berliner Tresor Club wird seine Tore schließen müssen. Zum Abschied organisiert das Tresor-Team eine letzte Party mit all jenen, die den Club zur Legende werden ließen. Alles hat mal ein Ende, so auch die Ära der Berliner Club-Legende Tresor. Wie die Website 'Musikwoche' verlauten ließ, muss der Club für das geplante Bürogebäude der 'Volksfürsorge' den Platz räumen. Um dem Laden ein würdevolles Ende zu bereiten, organisiert das Tresor-Team nun eine Party, die vom 1. April bis zum 16. April dauern soll und bei der sämtliche Künstler, die das Gesicht des Clubs mitgeprägt haben, eingeladen sind. Zu diesen gehören auch: Jeff Mills und Juan Atkins, die als Stamm-DJs immer wieder zu sehen waren.

So ganz aufgeben möchte das Tresor-Team dennoch nicht. Wie sie gegenüber der 'Musikwoche' bekannt gaben, werden sie 'für die Zukunft daran arbeiten, das Phänomen Tresor an neuer Wirkungsstätte wiederauferstehen zu lassen.'

Original Meldung:
Hiermit geben wir bekannt, dass der Tresor Club am 16. April 2005 seine letzte Party in der Location Leipziger Strasse feiern wird. Der Vermieter, die Bauwert Development Delta GmbH & Co konnte dem Tresorclub diese letzte Frist aus Kulanz einräumen. Danach wird dieses Grundstück mit einem Bürogebäude der Volksfürsorge bebaut. Wir möchten uns bei allen Menschen bedanken, die als Künstler, Mitarbeiter oder Gast über 14 Jahre diese Utopie im Herzen von Berlin möglich gemacht haben. Um einen würdigen Abschluss zu gestalten, werden wir in der Zeit vom 01. - 16.04. versuchen, sämtliche Künstler, die das Gesicht des Clubs so geprägt haben einzuladen und so mit lautem Krachen "Tschüss und bis bald!" zu sagen. Für die Zukunft arbeiten wir daran, das Phänomen Tresor an neuer Wirkungsstätte wiederauferstehen zu lassen. Einen Dialog und eine Kooperation mit den Entscheidungsträgern der Stadt Berlin zur jetzigen Situation begrüßen wir sehr. Der Tresor möchte seinen Auftrag, an der Weiterentwicklung elektronischer Ausdrucksformen mitzuwirken, auch weiterhin wahrnehmen und fortsetzen. Weitere Informationen über alle neuen Entwicklungen werden in Kürze verfügbar sein. Liebe Grüße Das Tresor Team