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    Wieder mal ein Amokläufer Wie die meisten sicher über die Nachrichten mitbekommen haben, ist wiede…
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  • gesellschaft: Wieder mal ein Amokläufer CherryLeoKitty: Nun, gerechtfertigt ist die Tötung tatsächlich bei Notwehr, entschuldigt bei Notstand.
    Die Unterschiede und Abgrenzungen sind rechtlich aber ziemlich kompliziert. Deshalb gibt es auch Juristen, die die Verurteilung des damaligen Polizeipräsidenten Daschner immernoch als Notstand ansehen. Deshalb gibt es in vielen Rechtsbereichen auch nicht nur die herrschende, sondern auch die Mindermeinung.
    Entscheidend ist aber im Endeffekt immer das Wort des Richters.

    Armin Meiwes Fall war sicher außergewöhnlich, auch wenn kannibalistische Fantasien im Bereich der Sado-Maso-Szene weitaus öfter vorkommen, als man vielleicht meint (nur leben die das nicht so tatsächlich aus, wie er).
    vor 3 Jahren und 2 Monaten. ·
  • verwesung > gesellschaft: Wieder mal ein Amokläufer Danke für den Beitrag; natürlich entscheidet das Gericht nicht immer gleich bzw. immer für Mord (in solchen Fällen).
    Wird die Tötung eines anderen Menschen geplant und dann durchgeführt, dürften sich aber in den meisten Fällen die meisten Gerichte für Mord entscheiden.
    Aber genau sagen kann man das natürlich nie.

    Chiron und ich hatten eher darüber diskutiert, was nun Notwehr ist und was Mord bzw. in welchen Fällen die Tötung eines anderen Menschen "gerechtfertigt" ist (falls das überhaupt möglich ist).

    Gerade den Fall von Meiwes finde ich jetzt besonders speziell und außergewöhnlich.
    vor 3 Jahren und 2 Monaten. ·
  • gesellschaft: Wieder mal ein Amokläufer CherryLeoKitty: Nicht unbedingt. Einerseits erinnere ich an den Fall von Marianne Bachmeier: http://de.wikipedia.org/wiki/Marianne_Bachmeier, andererseits werden viele, die wegen Mord angeklagt sind, letztendlich wegen Totschlag oder sogar nur gef. Körperverletzung verurteilt. Andererseits an Armin Meiwes, der zunächst nur wegen Totschlags: http://de.wikipedia.org/wiki/Armin_Meiwes, verurteilt wurde, obwohl die Tötung seines Opfers Monate im voraus geplant und verabredet war.
    Der Unterschied zwischen Mord und Totschlag liegt eher in den Mordmerkmalen: http://de.wikipedia.org/wiki/Mordmerkmale#Mordmerkmale, nach Würdigung aller Gesamtumstände der Tat. Mord ist nicht gleich Mord, was man meistens am Strafmaß sieht (vergleicht man bspw. Monika Böttchers Haftstrafe von 15 Jahren mit Dieter Degowskis Haftstrafe von mindestens 24 Jahren).

    Was Tyrannenmorde angeht sollte man bedenken, dass zunächst Notwehr oder entschuldigender Notstand in Betracht kommen könnte. Problematisch ist nur, dass diese Frauen im Laufe der Jahre die Möglichkeit gehabt hätten, sich staatliche Hilfe zu suchen. Natürlich ist es deshalb nicht gesichert, dass der Mann sie deswegen nicht aufspüren könnte. Allerdings ist mit einer Verfügung nach dem Gewaltschutzgesetz (bekommt man zunächst für 10 Tage, beim Amtsgericht auch länger) und einem Aufenthalt im Frauenhaus der erste Schritt getan. Dass die meisten Frauen das aus Gründen wie finanziellen Nöten (Frauenhäuser tun ihr menschenmöglichstes, um die Frauen in ihrer Notsituation zu unterstützen) nicht machen, halte ich es deshalb nicht unbedingt gerechtfertigt, den Mann umzubringen.
    Moralisch gesehen ist das Ganze natürlich äußerst schwierig. Aber wie gesagt, jedes vernünftige Gericht würde mit der Inanspruchnahme staatlicher Hilfe für eine Verurteilung argumentieren.
    vor 3 Jahren und 2 Monaten. ·
  • verwesung > gesellschaft: Wieder mal ein Amokläufer Dass du das denkst finde ich schon ziemlich interessant, besonders weil ich in dem ausgehenden Beitrag, auf den wir uns hier schon die ganze Zeit beziehen, geschrieben habe:







    Ähm, genau das habe ich doch geschrieben?!




    Wie schon gesagt, wenn sie die Tat plant, so wird das Gericht für Mord entscheiden.
    Es ist eben ein riesiger Unterschied, ob ein Mensch monatelang plant jemanden umzubringen, oder ob alles spontan/im Affekt in der "Hitze des Gefechts" passiert.
    Das enthält absolut keine persönliche Wertung; ich schreibe nur, dass das Gericht für Mord entscheiden würde.




    Ok. ;)
    Im Grunde ist mir sowas ja egal, aber für eine Diskussion ist es nicht gerade zuträglich, wenn wir denselben Begriff für zwei versch. Dinge verwenden...so reden wir früher oder später gezwungenermaßen komplett aneinander vorbei (ist ja auch in dieser Diskussion schon passiert).



    Das meinte ich auch gar nicht; ich habe im Grunde ja noch keine persönliche Wertung abgegeben.
    Ich würde eben diese Frau sicherlich auch nicht verurteilen, ihre Entscheidung ist nachzuvollziehen und ich hätte in ihrer Situation wahrsch. auch so gehandelt.
    Das Gericht entscheidet leider nicht über "richtig" oder "falsch" und wenn es um Mord geht, hat sozusagen auch der Vergewaltiger "Rechte" (in dem Sinne, dass die Frau verurteilt wird).
    Was wir, oder der Großteil der Menschen, als richtig bzw. falsch empfinden, stimmt ja nur allzu oft nicht mit den gerichtlichen Entscheidungen überein.
    Am Rechtssystem gibt es einiges, das ich zu bemängeln habe; zu oft ist es einfach eine moralische Zwickmühle.











    Ich habe mich selbst zitiert, weil ich doch davor genau dasselbe geschrieben habe wie du und du trotzdem das Bedürfnis hattest, mir zu widersprechen.
    Du hast nur das, was ich angemerkt habe weiter ausgeführt...es war insofern als auch kein Einwand von deiner Seite; ist es denn so unvorstellbar, dass wir einer Meinung sind? ;)
    vor 3 Jahren und 2 Monaten. ·
  • ChironMcAnndra > gesellschaft: Wieder mal ein Amokläufer Du zweifelst die moralische Berechtigung effizienter Selbstverteidigung an ... wie sonst soll man das interopretieren?

    Warum erklärst Du dann nicht der Abwechslung halber mal, was Du denkst, statt zu erklären, was Du nicht denkst?
    Du versuchst, einem verzweifelten Opfer von Gewalt als Verbrecherin hinzustellen ... wie soll man denn soetwas auffassen?

    Aha ... es ist also in Deinen Augen ein Verbrechen, wenn man sich eige gut überlegte Verteidigungsstrategie ausdenkt, die möglicherweise auch Erfolg gegen einen übermächtigen Gegner haben könnte ...

    Das ist an sich nicht falsch ... ok, könnten wir uns dann auf die beiden Formulierungen "Tötung in verbrecherischer Absicht" im Gegensatz zu "Tötung in nicht verbrecherischer Absicht" einigen?

    Wolltest Du das durchsetzen, dann müßtest Du es allen Deutschen untersagen, in österreichisschen Threads mitzuschreiben und umgekehrt ...
    Ich dagegen bin mir ziemlich sicher, daß sowohl die meisten Deutschen als auch die meisten Österreicher - völlig unabhängig von der jeweils geltenden exacten juristischen Definition, die sowieso nur eine Minderheit tatsächlich kennt - in einem solchen Fall Verständnis für diese hypothetische Frau aufbringen und ihre Tat nicht als Verbrechen ansehen würden ... und mit ihrer Verurteilung nicht wirklich zufrieden wären ...
    Es geht hier nicht um juristiissche Spitzfindigkeiten, sondern darum, was uns richtig vorkommt und was nicht ... wäre dem nämlich nicht so, dann dürfte sich nie irgendjemand in die internen Angelegenheiten eines anderen Landes einmischen, wo es z.B. um die Todesstrafe geht ... denn würde es lediglich auf die geltendenn Rechtsnormen ankommen, dann wäre die Todesstrafe in einem Land, in dem sie nicht praktiziert wird, eben moralisch falsch, während sie in einem andren Land, das sie praktiziert, als moralisch richtig gelten müßte ... so eine Herangehensweise pervertiert jedoch den Begriff der Moral ... weshallb ich es auch ablehne ...

    Ich habe auch nie behauptet, daß die Rechtsfindung einfach ist ... doch das tut nichts zur Sache in dden Fällen, in denen es wie beschrieben abgelaufen ist ...
    Nochmal: wenn innerhalb einer Diskussion Fallbeispiele behandelt werden, ist es nicht sinnvoll, die Zuordnungsprobleme bei realen Fällen anzusprechen ...
    Richtiges wird nicht dadurch zu falschen, daß es in der Realität kompliziert wird, es zu tun ...





    Quoten ist eigentlich nur dann sinnvoll, wenn man das, was man zitiert, auch kommentiert ...

    Ich sehe jedenfalls nichts, was meinem Einwand entgegensteht ... denn als Antwort kann man das wohl nicht bezeichnen ...

    Chiron
    vor 3 Jahren und 2 Monaten. ·
  • verwesung > gesellschaft: Wieder mal ein Amokläufer Naja, man kann natürlich überall hineininterpretieren was man will.



    Der Grund, dass ich das nicht "so gesagt" habe ist ganz einfach, dass ich nicht so denke. Seltsam.






    Inwiefern hat die Frage etwas mit dem von mir geschriebenen zu tun?
    Plant die Frau, ihren Mann zu töten ist es Mord; passiert es im Affekt ist es kein Mord.




    Es ist aber ziemlich sinnlos bei dieser Diskussion den Begriff "Mord" zu verwenden, wenn jeder meint, eine eigene Definition davon erstellen zu müssen.
    Wenn die Begriffe nicht geklärt sind, kann man sie auch nicht bei einer Diskussion verwenden; Meinungen sind bei Definitionen absolut irrelvant (und eigentlich sonst auch).

    Du kannst zwar sagen, dass dir die derzeitige Regelung bzgl. Mord (in Land XY) nicht gefällt oder dass du generell mit dem Rechtssystem nicht sympathisierst aber das ändert nichts an der Definition von Mord.
    Das Gericht würde in dem von mir erwähnten Fall ggf. eben für Mord entscheiden; ob dir das gefällt oder nicht ist dann eine andere Sache.







    Was ich geschrieben habe war, dass es in solchen Fällen oft unmöglich ist, festzustellen, unter welchen Umständen die Tat geschehen ist und es daher auch schwer ist, ein gerechtfertigtes Urteil zu fällen.
    vor 3 Jahren und 2 Monaten. ·
  • ChironMcAnndra > gesellschaft: Wieder mal ein Amokläufer Mord ist ein Verbrechen, Tötung in Selbstverteidigung ist kein Verbrechen ... Und "Mord in einer Notsituation" wäre für mich nur dann gegeben, wenn jemand zwar in einer Notsituation steckt, dann jedoch jemanden ermordet, der für diese Notsituation gar nicht direkt verantwortlich ist ...
    Anders ausgedrückt: es besteht ein Riesenunterschied, ob man jemanden tötet, der einen regelmäßig krankenhausreif schlägt oder gar gerade dabei ist, einen umzubringen, oder ob man jemanden umbringt, nur weil der etwas hat, das man gerade für sich selbst braucht ...


    Aha ... dann lautet Dein Vorschlag wohl: tut nichts, laßt euch lieber alle abschlachten, und wenn ihr Glück habt, kommt es gar nicht so weit ...
    Natürlich weiß man es nie genau ... aber es ist grob fahrlässig und einfach strunzdämlich, in einer Situation, in der man bedroht wird, nicht vom schlimmsten auszugehen ...

    Ich würde das ohne zu zögern unter Selbstverteidigung verbuchen ... also ist es hier nicht relevant ...
    Nur weil DU das als Selbstverteidigung bezeichnest, muss im Gerichtssaal nicht unbedingt dieses Urteil fallen.
    Nochmal: das hier ist kein Juristenforum, das sich mit der aktuellen Gesetzeslage befasst ...
    Warum sagst Du es nicht kilar heraus, wenn Du der Ansicht bist, daß sich jede Frau gefälligst von ihrem brutalen Mann mißhandeln lassen soll und sich nur dann wehren darf, wenn sie ein Kampfsport-As ist und so jederzeiit ihren Mann besiegen kann, ohne ihm ein wichtiges Häärchen zu krümmen?
    Nein, das hast Du natürlich so gesagt ... aber genau so kommen Deine Einwände rüber ...

    So ... wenn das für Dich relevant ist: wie stark muß sie sich denn verletzen lassen, bevor sie Toddesangst haben darf? Wie oft muß er sie denn mißhandelt und vergewaltigt haben, bevor sie sich davor fürchten darf, es beim nächstenmal nicht zu überleben?

    Wie gesagt: kein Juristenforum ... es geht hier doch um das, was angeblich typisch menschlich ist ... gerade in diiesen Fällen entscheiden unsere Gerichte nicht nach dem Prinzip von Gerechtigkeit, sondern danach, die Autorität des Gesetzes zu wahren, weil es für den Gesetzgeber durchaus vertretbar ist, mal das eine oder andere Menschenleben für diese Autorität zu opfern ...

    Sorry, aber da es sich um ein Fallbeispiel handelt, muß man nicht herausfinden, ob die Vorgaben wahr sind und sie tatsächlich mißhandelt wurde ... das Fallbeispiel setzt ja genau dies voraus und dient nur als Beispiel für die Fälle, bei denen dies tatsächlich so war ...
    Selbst bei einem geplanten Vorgehen sehe ich hier - im Gegensatz zu geltendem Recht - kein Verbrechen ... in Wahrheit wird in solchen Fällen nämlich gar nicht die Tat bestraft, sondern der Vorwurf der Selbstjustiz ... was ziemlich pervers ist angesichts der Tatsache, daßß da Gesetz von sich behauptet, für den Schutz der Bürger da zu sein, obwohl es immer dann, wenn ein Verbrechen geschieht, anscheinend gerade mal Urlaub macht ... denn wäre es dazu in der Lage, irgendjemanden zu schützen, dann würde es keine Verbrechen geben ...

    Es gibt viele Fälle häuslicher Gewalt, wo die Täter sehr wohl angezeigt werden, dann aber - aus welchen Gründen auch immer - auf Bewährung oder nach kurzer Haftzeit (und dafür mit viel Wut im Bauch und manchmal noch mehr Alk im Blut) beenden, was sie angefangen haben ...
    Nicht selten wird ihnen auf Grund von Alkoholismus auch noch verminderte Schuldfähigkeit attestiert ... quasi eine Art Freibrief, es immer wieder zu tun ...
    Klar könnte sie auch einfach wegziehen ... aber genau das ist ja der Grund, weshalb solche Verbrechen eher in den unteren sozialen Schichten geschehen ... denn dort gibt es mehr wirkliche Gründe für Frust, Alk und Brutalität ... ohne genügend Geld hat sie nämlich keine andere Wahhl, als dazubleiben ...

    Und sowas ist für Dich geistig intakt??
    Für dich ist die Frau doch auch geistig intakt, oder?
    Sie krallt sich ja auch nicht irgendein männliches Wesen von der Straße, um einfach jemanden zu haben, den sie umbringen kann ... sie tötet lediglich denjenigen, der ihr direkt Leid zufügt ... und das ist durchaus vernünftig ... ich würde sie eher als geistiig verwirrt ansehen, wenn sie es nicht täte ...
    Was den Hungernden betrifft ... so ist es für mich zwar verstehbar, wenn man in einer Situation, in der man nichts zu verlieren zu haben scheint, auch zu verzweifelten Mitteln greift ... aber als geistig gesund kann ich das dennoch nicht sehen ... und eine Berechtigung liegt ebenfalls nicht vor, da sein Opfer nicht direkt verantwortlich für seine Situation ist ... anders sähe es aus, wenn er am Verhungern ist, weil der andere ihm sein letztes Stückchen Essen rauben wollte ...

    Chiron
    vor 3 Jahren und 3 Monaten. ·
  • verwesung > gesellschaft: Wieder mal ein Amokläufer Wir reden wohl aneinander vorbei, denn:





    Sorry, aber dieser Teuil der Diskussion ist entstanden aus der Frage, ob man jemanden ermoden kann, obwohlman geistiig gesund ist ... es ist absolut nicht abwegig, Mord und das Töten von Leuten aus Notwehr deutlich voneinander zu trennen ...
    Was Du hier gerade abziehst, ist der Versuch zu behaupten, daß jeder Mensch dazu fähig wäre, den roten Knopf zu drücken, der den dritten Weltkrieg auslöst, indem Du beweist, daß jeder Mensch dazu fähig ist, einen Lichtschallter zu betätigen und daß die meisten menschen das tagtäglich tun und dieser spezielle Knopf sei ja auch nur ein Schalter ...

    Naja, den Vergleich finde ich etwas unpassend; soweit liegen Mord und Mord in einer Notsituation nun auch nicht wieder auseinander.



    Dann erklär' uns doch mal in einem Schnellkurs für's Gedankenlesen, wie man als Angegriffener ganz sicher rauskriegen kann, daß der Angreifer nicht vor hat, ernst zu machen?
    Wenn Du das nämlich nicht kannst, ist jeder angegriffene, der nicht versucht, sich seines/seiner Angreifer dauerhaft zu entledigen, doch wohl eindeutig ein Suizidfetischist ...



    ...





    Ich würde das ohne zu zögern unter Selbstverteidigung verbuchen ... also ist es hier nicht relevant ...

    Nur weil DU das als Selbstverteidigung bezeichnest, muss im Gerichtssaal nicht unbedingt dieses Urteil fallen.
    Wenn die Frau, wie in meinem Beispiel, jahrelang mißhandelt wurde und dann irgendwann ihren Mann ermordet, ist es sehr wichtig zu wissen, ob die Frau ihre Tat schon länger geplant hat oder alles im Affekt (bei einem weiteren Mißbrauch) passiert ist.
    Bei ersterem wäre es Mord, bei letzterem dürfte sich das Gericht für Totschlag entscheiden.

    Ob die Tat geplant war könnte man unter Umständen am Tathergang feststellen, möglicherweise hat man allerdings keine Chance, irgendetwas über die genau Vorgeschichte herauszufinden.

    Aber klar ist, dass die Frau auch andere Optionen gehabt hätte; da sich alles schon über Jahre gezogen hat, hätte sie sich auch Hilfe suchen können - Mord war sicher nicht die einzige Möglichkeit (nicht, dass das jemand falsch versteht; ich kann mir gut vorstellen, dass es für eine Frau in dieser Situation alles andere als einfach ist, sich Hifle zu suchen...v.a. auch in Anbetracht der Tatsache, dass man sich nie sicher sein kann, dass einem auch wirklich ausreichend geholfen wird).





    Und sowas ist für Dich geistig intakt??

    Für dich ist die Frau doch auch geistig intakt, oder?
    vor 3 Jahren und 3 Monaten. ·
  • ChironMcAnndra > gesellschaft: Wieder mal ein Amokläufer Wenn etwas "nicht als abnorm" bezeichnet wird, daßß bedeutet das nichts anderes als daß es "innerhalb der Norm" liegt ... und das bedeutet, Mord als völlig normales Verhaltensmuster eines Menschen auszugeben .... ich bestreite dies entschieden ...

    Und selbst wenn Du alle Kriege der Weltgeschichte mit all ihren Opfern zusammenrechnest und zu den Mordstatistiken hinzurechnest, kommt das mit der Norm nicht hin ...
    Du solltest immer daran denken, daß wir mehr als 6 Mrd Menschen haben ... so schlimm das für die betroffenen auch sein mag ... aber angesichts dieser Zahl sind die etwa 80 Mio, die im Zuge des zweiiten Weltkriegs auf die eine oder andere Art weltweit umkamen, viel zu wenig ... viiel zu insignifikant, um daraus eine Norm abzuleiten ...

    Warum gibst Du Dir dann so viel Mühe damit, hier das Gegenteil zu beweisen?

    Sorry, aber dieser Teuil der Diskussion ist entstanden aus der Frage, ob man jemanden ermoden kann, obwohlman geistiig gesund ist ... es ist absolut nicht abwegig, Mord und das Töten von Leuten aus Notwehr deutlich voneinander zu trennen ...
    Was Du hier gerade abziehst, ist der Versuch zu behaupten, daß jeder Mensch dazu fähig wäre, den roten Knopf zu drücken, der den dritten Weltkrieg auslöst, indem Du beweist, daß jeder Mensch dazu fähig ist, einen Lichtschallter zu betätigen und daß die meisten menschen das tagtäglich tun und dieser spezielle Knopf sei ja auch nur ein Schalter ...

    Stimmt .... was tatsächlich nötig gewesen wäre, weiß man immer erst dann, wenn man irgendwo tot rumliegt, während sich die Mörder über die Blödheit eines solchen Idioten ins Fäustchen lachen ...

    Dann erklär' uns doch mal in einem Schnellkurs für's Gedankenlesen, wie man als Angegriffener ganz sicher rauskriegen kann, daß der Angreifer nicht vor hat, ernst zu machen?
    Wenn Du das nämlich nicht kannst, ist jeder angegriffene, der nicht versucht, sich seines/seiner Angreifer dauerhaft zu entledigen, doch wohl eindeutig ein Suizidfetischist ...

    Überflüssig ist sie keineswegs ... denn sie zeigt, daß es Sache desjenigen seiin muß, der bedroht wird, zu entscheiden, was er für notwendig erachtet und was nicht ... und nicht Sache irgendwelcher Moralisten, die versuchen, mit ein paar Regeln diese Welt sicherer zu machen, obwohl das gar nicht geht ...

    Das hier ist kein Forum für juristische Spitzfindigkeiten ... daher geht es mir nicht um Fahrlässigkeiten, soondern um jene Taten, mit denen jemand willentllich zu Dode gebracht wird, ohne daß dafür eine Notsituation vorlag ... ob man das in dem einen Land als Mord, in dem anderen als Totschlag bezeichnet, ist hierbei irrelevant ... und Länder, die ggf Gesetze haben, nach denen soetwas unter gewissen Umständen kein Verbrechen darstellt, sollten wir von vorn herein als unmaßgeblich beiseiteschieben ... denn wer die Perversion zum Gesetz erhebt, sollte nicht auch noch dadurch geehrt werden, daß man ihm Aufmmerksamkeit zollt ...

    Ich würde das ohne zu zögern unter Selbstverteidigung verbuchen ... also ist es hier nicht relevant ...

    Und sowas ist für Dich geistig intakt??

    Chiron
    vor 3 Jahren und 3 Monaten. ·
  • verwesung > gesellschaft: Wieder mal ein Amokläufer Erstens hatte ich geschrieben "nicht einfach als abnorm abgestempelt werden" und mich zweitens eher auf die Anzahl der Opfer und nicht der Täter bezogen. Schließlich gibt es weitaus mehr Opfer als Täter...es ging mir eher darum, ob für den Menschen im allgemeinen Mord als untypisch bezeichnen werden kann.
    Und was eine Norm ist weiß ich bestens. ;)




    Naja, ob das für dich einen Unterscheid macht oder nicht ist doch eigentlich irrelevant; besonders wenn wir jetzt darüber diskutieren, ob jeder Mensch dazu fähig wäre, einen anderen Menschen zu töten - unabhängig von der ganzen Situation/dem Motiv usw.
    Ob es in einer Notsituation wirklich nötig ist, jemanden zu töten ist natürlich auch wieder relativ. Die ganze Situation richtig einzuschätzen ist schließlich unmöglich; man weiß schließlich nicht immer, was der Angreifer plant und ob es wirklich nötig ist, ihn/sie zu töten.
    Für die meisten Menschen wäre ein Mord sicherlich die letzte Wahl aber wenn jemand ganz genau weiß, dass der Angreifer vor nichts zurückschreckt und definitiv versuchen wird, zu töten, dann wäre alles andere als sich selbst zu verteidigen, auch wenn der Angreifer dabei stirbt, schon beinahe ein Suizid.

    Nur weiß man eben nie so genau, was passieren wird; insofern ist diese ganze Überlegung überflüßig. ;)




    Wie kommst du darauf, dass Mord so definiert ist?
    Die Definition von Mord und Totschlag ist in beinahe jedem Land unterschiedlich (siehe Deutschland - Österreich - Schweiz); für ein und dieselbe Tat könnte es in zwei versch. Gerichtssälen zwei versch. Urteile geben auch wenn es bestimmte Kriterien gibt. Ob etwas wirklich Notwehr war oder nicht, ob es unausweichlich war oder nicht, ob es im Affekt geschen ist oder nicht, ob der Angeklagte klar denken konnte (!) oder nicht hängt oft wohl auch von der persönlichen Einstellung/Laune/Geschlecht des/der Richter/in und der Geschworenen ab.

    Da haben wir die Ehefrau, die jahrelang mißhandelt wird und irgendwann einfach nicht mehr kann, den Ehemann ermordet; den Obdachlosen, der zum Äußersten schreitet und einen Menschen tötet, um wenigstens für kurze Zeit nicht mehr hungern zu müssen (obwohl er bis zu diesem Zeitpunkt auch "durchgekommen" ist).

    In vielen Fälle ist es auch unmöglich festzustellen, was die Motive waren, wie es zu der Tat kam und v.a. was wirklich passiert ist.
    vor 3 Jahren und 3 Monaten. ·
  • Synthomesc > gesellschaft: Wieder mal ein Amokläufer Das beziehe ich nicht auf mich aber auf den Großteil der Menschheit.... auch würde ich nicht hassen sagen, wäre wohl zu weit gegriffen ... Wenn dich das so interessiert kannste ja mal Schoppenhauer lesen;-)
    vor 3 Jahren und 3 Monaten. ·
  • penalty > gesellschaft: Wieder mal ein Amokläufer Falsch gepostet, sorry.
    vor 3 Jahren und 3 Monaten. ·
  • ChironMcAnndra > gesellschaft: Wieder mal ein Amokläufer Die Erklärung der Menschenrechte und überhaupt das Bewußtsein dafür, daß ein Mensch Rechte hat, die einen anderen Stellenwert haben, als etwa die Rechte eines Huhns, haben nichts mit seinen Genen zu tun ... sie sind nicht das direkte Ergebnis der Evolution, die ihn zum Menschen im Sinne seiner Zugehörigkeit zur Gattung Homo Sapiens machen, sondern sie sind das Ergebnis der vorangegangenen Kultur ... und dieses Bewußtsein für die Rechte anderer hat sich in dieser Kultur noch gar nicht so lange etabliert, sondern ist eine recht junge Erfindung ... um einiges jünger als der Begriff "Mensch", der Anfangs nichts mit solchen Rechten zu tun hatte, sondern lediglich eine Bezeichnung darstellte, um jemanden etwa von einem Huhn verbal unterscheiden zu können ...
    Die Vorstellung, daß wir lediglich deshalb mehr Rechte als etwa ein Huhn haben sollten, weil wir der Gattung Homo Sapiens angehören, entbehrt jeglicher Grundlage ...
    Und wenn man jedem aus dieser Gattung pauschal dielben Rechte zugesteht, ohne dies über sein Verhalten zu rechtfertigen, dann entwertet dies die Bedeutung "menschlichen" bzw. "unmenschlichen" Verhaltens ... diese Begriffe werden damit wertlos, weil es ja völlig menschlich ein muß, andere Menschen bestialisch zu foltern und umzubringen ... und "unmenschlich" wäre nur jemand, der friedlich seine Nahrung aufpickt, wie ein Huhn ...
    Das Problem hierbei ist entstanden, weil im Grunde mit dem Entstehen des Bewußtseins für die Rechte anderer ein neuer Begriff hätte gefunden werden müssen, um diese Rechte zuzuordnen ... das hat man versäumt und stattdessen weiterhin die Gattungsbezeichnung verwendet ...
    Das ist so als würde man sich in der Chemie weigern, den Unterschied zwischen linksdrehenden und rechtsdrehenden orgasnischen Verbindungen, wie etwa Milchsäuren anerkennen, nur weil beides nach allen Kriterien der Kunst Michsäuren sind ... aber jeder Ernährungsbiologe weiß, daß hier ein gravierender Unterschied besteht, der bisweilen sogar tödlich enden kann, wenn man ihn ignoriert ...

    Ganz sicher nicht ... es gibt Auftragskiller, die ein völlig normales Familienlebenführen, Freunde haben, usw ... und in Mafiakreisen (und ihren artverwandten Pendants) wird Familie und die gute Beziehung zu anderen großgeschrieben ... wie sollte ein Soziopath sowas hinbekommen?
    Den Defekt eines Mörders mit einem so einfachen Begriff zu versehen, klappt nicht ... das Problem ist nicht so leichht zu greifen ... ich bezweifle, ob es überhaupt möglich ist, angesichts der Komplexität des Verstandes den Grund für ein solches Verhalten zu identifizieren ... zumindest nicht pauschal, sondern allenfalls individuell ...

    Sorry, aber genau dann unterscheidet er sich von denjenigen, die sich nicht nach Bedarf auf eine tierische Stufe zurückfallenlassen, um Problemen zu begegnen, die sie überfordern ...
    Und diese Unterscheidung ist es, die menschliches Verhalten von unmenschlichem Verhalten trennt ... und somit auch den Anspruch auf grundlegende Rechte rechtfertigt ...

    Also für mich gehören Ohrfeigen sehr wohl in den Bereich der Gewalt ... wenn Du über eine einzige Ohrfeige einfach so drüberweggehst, weiil es ja nur dieses eine mal vorgekommen ist, warum sollte man sich dann überhaupt mit Ersttätern befassen? Warum toleriert maan es nicht einfach, wenn jemand seinen ersten und einzigen mord begangen hat? Ist doch auch "nur dieses eine mal" passiert ...

    Ich finde die Vorstellungen bei so einem Meispiel immer bodenlos naiv ... er hätte das Recht, "den Einbrecher mit Gewalt zu stellen", nicht aber, ihn zu töten ... so als wäre jeder, bei dem eingebrochen wird, ein Superman, der mit seinem Rhöntgenblick weiß, was der Einbrecher an Waffen versteckt bei sich trägt und zu welcher Gewichtsklasse er gehört und auch ganz sicher seiin kann, daß der, den er gerade erwischt hat, der einzige ist ...
    Das ist total naiv ... wenn ein Einbrechher bei mir einbricht, bin ich bedroht ... denn ich weiß nicht, ob er allein ist und tatsächlich abhaut ... das könnte ebenso ein Ablenkungsmanöver sein, um mich in Sicherheit zu wiegen ... ich würde schon deshalb schießen, um ein mögliches Risiko auszuschalten, weil ich mich nämlich erst dann, wenn der, den ich gesehen habe, mir nichts mehr tun kann, mich mit voller Konzentration um mögliche weitere Verbrecher kümmern kann ...
    Den Fehler, den Du hiier begehst, ist ein strategischer Grundlagenfehler: Du siehst etwas und gehst davon aus, daß das, was Du erkennst, alles ist ... die Friedhöfe dieser Welt sind voller Leute, die in kritischen Situationen genau denselben Fehler gemacht haben ... ein Einbrecher, der in einem Moment "flieht", kann in einem anderen Moment zurückkommen ... etwa genau dann, wenn Du seinen Kumpel gerade zu überwältigen versuchst ...

    Meinst Du hier tatsächhlich "keine"?

    Ich bin zwar nicht in dem Bereich tätig, aber ich kenne genügend Leute dort, um zu wissen, daß die wenigsten Wachleute Schußwaffen haben dürfen ... diejenigen, die das dürfen, müssen auch eiine entsprechende Ausbildung haben ...

    Ich bin dagegen, daß man offizielle Kriterien für die Notwendigkeit von Schußwaffen festlegt .... das würde letztlich nur dazu führen, daß vermehrt bei anderen eingebrochhen wird, wo zwar weniger zu holen ist, dies jedoch deutlich weniger Risiken mit sich bringt ...

    Du gehst einfach davon aus, daß Du eine Gefährdung kennst ... aber woher willst Du das wissen?
    Warum sollte nur der Erbe, der weiß, daß er erben wird, sich verteidigen dürfen?
    Es gibt genügend Fälle, wo jemand sein Testament zugunsten eines anderen geändert hat, der gar nichts davon wußte und nichtmal viel Kontakt mit diesem Zweig der Familie hatte ...
    Warum sollte ausgrechnet der Manager einer Bank besonders gefährdet sein? Bei dem weiß doch jeder, daß er im Fadenkreuz jeder Ermittlung sein würde ... stattdessen wäre die Frau eines der Fahrer von Geldtransporten ein viel lohnenderes Ziel ...
    Selbstverteidigung findet nicht nur dann statt, wenn Du zuvor schon damit gerechnet hast, in Gefahr zu geraten ... und nur den Leuten Waffen zuzugestehen, die einer besonderen "Risikogruppe" angehören, halte ich angesichts der vielen Verbrechen an anderen für hochgradig ungerecht ... denn das bedeutet, daß man nur denjenigen ein Recht auf effiziente Verteidigung zugesteht, und alle anderen über die Klinge springen läßt ...

    Genau da gleiche kann auch für den besonders gefährdeten Juwelier gelten ... aber dem würdest Du dennoch eine Schußwaffe zubilligen, während Du einem andern, der sehr wohl dafür geeignet wäre, sie ggf verweigern würdest, nur weil er keiner der Risikogruppen angehört ...
    #
    Nunja ... ich mach das bei allen Dingen ... iich verlaß mich nie darauf, daß die Angaben stimmen ... dies auf Waffen zu beschränken, führt genau dazu, daß manche es dann auch hierbei "vergessen" ...

    Erstens wäre es dann für leidlich intelligente Leute kein Problem mehr, an so eine Begründung zu kommen, denn es ist rechht einfach, so eine Bedrohung zu inszenieren ... wie willst Du denn feststellen, ob Drohbriefe nun eine echte Drohung sind oder nur gefaket?
    Wie willst Du wissen, wann jemand, der schon öfter Morddrohungen erhalten hat, die sich jedoch bislang immer als leere Drohung erwiesen haben, nichht doch mal auch eine ernstgemeinte erhält?
    Und wie willst Du sichergehen, daß derjenige, der ggf verhaftet, verurteilt und eingesperrt wurde, tatsächhlich der Täter ist, der die ernstgemeinte Drohung ausgesprochen hat? Wie willst Du sicherstellen, daß der nicht später, wenn er wieder draußen ist, seine Drohung wahr macht? (Auf bloßes Drohhen erfolgen nach meiner Erinnerung keine allzulangen Haftstrafen ... bei Ersttätern denke ich sogar, daß die lediglich eiine Strafe mit Bewährung kriegen ... und wie willst Du wissen, daß der, der geschnappt wird, nicht ein paar wirklich gute Freunde hat, die an seiner Stelle agieren?
    Wer tatsächlich bedroht wird und wer nicht, stellt sich meistens erst dann heraus, wenn es zu spät ist, um die Berechtigung für eine Schußwaffe zu beschließßen ...

    Warum? In früheren Zeiten gab es auch keine derartigen Beschränkungen ... dennoch wurden nnich übermäßig viele Verbrechen begangen ...

    Ich haalte auch nichts von Schreckschußwaffen ... sie geben nämlich in zwei Richtungen Signalwirkungen ab, die mehr negatives als positives bewirken:
    zum einen vermitteln sie dem Träger die Illusion "Das Ding ist ja nicht wirklich gefährlich" und haben damit eine ähnliche Wirkung wie vermeintlich ungefährliche Sylvesterböller, die dann doch mal überraschend stark sind und den Leuten Gliedmaßen wegsprengen oder blind machen können ...
    Zum anderen vermitteln sie potentiellen Angreifern eine zusätzliche Gefahr, der diese dann adäquat - oder besser: überragend - begegnen wollen ...
    Eine Waffe sollte immer auch das sein, was sie darstellt ... Geräte, die nur so tun als wären sie Waffen, erweisen sich meistens als schlimmer als eine echte Waffe, denn wenn man dammit in die Situation kommt, in der eine echte Waffe gebraucht werden würde, ist soetwas nutzlos ...

    Jetzt ersetzt Du die Angst vor Amokläufern durch die Angst vor der Bevölkerung ... was ist daran siinnvoll?

    Ich kann darüber nachdenken ... und da ich ncht davon ausgehe, daß meine Denkfähigkeit strukturell der anderer Menschen überlegen ist, halte ich die Behauptuung, es sei undenkbar, für maßlos überzogen ...

    Chiron
    vor 3 Jahren und 3 Monaten. ·
  • unit > gesellschaft: Wieder mal ein Amokläufer Auch ein Mörder zählt zur Spezies "homo sapiens (sapiens)", ist daher ein Mensch.
    Ich denke, dass zu Mord im rechtlich definierten Sinn, kein gesunder Mensch fähig ist, im Mindesten ist ein Mörder ein Soziopath. Allerdings glaube ich, dass zur Tötung eines Menschen, in keiner Notsituation, auch ein gesunder Mensch fähig sein kann. Wenn einem Menschen Argumente ausgehen und er in tierisches Verhalten, nämlich der Versuch der Lösung des Konflikts durch gewaltätiges Verhalten, "zurückfällt", ist er deshalb keineswegs abnormal. Das muss nicht zwangsläufig ein gewaltätiger Mensch sein. Meine Cousine hat ein einziges Mal eine Ohrfeige bekommen, als sie die Schule abbrechen wollte und ihrem Vater eben die Argumente ausgegangen sind und er auf diese tierische Verhaltensweise zurückgegriffen hat. Sie wurde nur dieses eine Mal geschlagen, also muss diese Verhaltensweise nicht auf eine gewaltätige, kranke Persönlichkeit zurückzuführen sein. Nun handelt es sich hier um eine Ohrfeige und um die Tochter, aber in einem anderen Ausmaß und unter anderen Umständen kann gewaltätiges Verhalten zum Tod führen.
    Natürlich, um etwas zurück zum eigentlichen Thema zurückzukehren, kann dies am leichtesten durch Schusswaffen passieren. Zum Beispiel: Jemand, der in einem Haus wohnt, Geräusche hört, und einen Einbrecher noch schnell bei der Flucht beobachtet und diesen aus Schreck mit einer Schusswaffe tötet, ist keinesfalls psychisch krank, obwohl er getötet hat und sich, weil der Einbrecher versuchte zu flüchten und nicht anzugreifen, nicht in einer Notwehrsituation befunden hat. Natürlich wäre er berechtigt gewesen den Einbrecher mit Gewalt zu stellen, denn Recht muss dem Unrecht nicht weichen, aber die Verhältnismäßigkeit ist unangebracht gewesen.

    Dass für Privatpersonen keine Notwendigkeit besteht Waffen zu besitzen, halte ich für falsch und die Legislative ebenfalls. Darüber hinaus sollte jeder, der im Security-Bereich als Wachkörper arbeitet, bewaffnet sein und eine spezielle Ausbildung für den Umgang mit Schusswaffen besitzen, was ja nicht immer der Fall ist. Wer beispielsweise ein Haus besitzt, ist einer größeren Gefahr ausgesetzt Opfer von Einbrechern zu werden, als beispielsweise jemand, der in einer Sozialwohnung wohnt, und sollte deshalb u.U. die Berechtigung haben eine Schusswaffe zu besitzen, wie ein Juwelier noch wesentlich größerer Gefahr ausgesetzt ist und für den, u.U. das Führen einer Schusswaffe im Rahmen der Ausübung seines Berufs, erlaubt sein sollte. Amokläufe sollten keinesfalls eine Hysterie auslösen, Privatpersonen zwingend den Besitz oder das Führen von Schusswaffen zu verbieten. Meiner Meinung nach sollte für Leute, für die eine größere Gefahr besteht, Opfer eines Gewaltverbrechens zu werden, die Erlaubnis zum Besitz von Schusswaffen erleichtert werden, ABER (und hier trennt sich meine Meinung von Chirons) es muss dafür eben eine größere Gefährdung bestehen und erstens sollten die Kontrollen, ob eine Person in Stresssituationen leichtfertig mit Waffen umgeht genauer durchgeführt werden, sowie sollte zweitens die Frist für die Erlaubnis Schusswaffen zu besitzen, bei Menschen, die vorübergehend einer Gefahr ausgesetzt sind, stark verkürzt werden und letztendlich sollte die Begründung für den Besitz einer Schusswaffe, wegen des Besitzes vor der Verschärfung des Waffengesetzes oder Erbschaft, abgeschafft werden, bzw. sollte die Erlaubnis eine Schusswaffe zu besitzen verfallen, sobald es dafür keine Begründung mehr gibt.
    Ich weiß wovon ich spreche. Es gibt einige Menschen, die für den Umgang mit Schusswaffen überhaupt nicht geeignet sind und sie trotzdem besitzen, weil sie vor der Verschärfung des Waffengesetzes eine Berechtigung erworben haben und dann praktisch immer durchkommen.
    Ein Beispiel: Eine Bekannte besitzt ein Grundstück und eine Schusswaffe. Als sie wieder (amtlich) schießen gehen musste, sagte der Zuständige, dass sie besser auf 5m herangehen solle, weil einige auf die Distanz, die eigentlich für die Prüfung vorgeschrieben ist, schon mal die Beleuchtung zerschossen hätten!!!
    Nicht nur das, ein Waffenhändler, dem eine Waffe zur Reparatur gegeben worden war, betätigte den Abzug der Waffe, ohne nachzusehen, ob sie geladen war!!! Ich meine das ist ein Waffenhändler (!) und die erste Regel ist: Wenn man eine Waffe in die Hand bekommt, sieht immer zuerst nach, ob sie geladen ist, bevor man irgendetwas macht. Genauso übergibt man eine Waffe ungeladen, aber der "Empfänger" hat sich nicht darauf zu verlassen, dass der, der die Waffe übergibt, diese Regel beherzigt hat!

    Also zunächst sollte schärfer kontrolliert werden, ob jemand überhaupt für den Umgang mit Waffen geeignet ist und weiter sollte Besitz nicht mehr als Bedürfnis gelten (der Staat kann den Besitzer angemessen entschädigen und ich sage mal so hart, dass der persönliche Wert hier keine Rolle spielen sollte), sowie sollte häufiger geprüft werden, ob überhaupt noch eine Begründung besteht.
    Nur unter diesen Voraussetzungen, sollte bestimmten Personen die Erlaubnis, Waffen zu besitzen, eher erteilt werden als das jetzt der Fall ist, dabei sollten meiner Meinung nach die sozialen Umstände keine Rolle spielen (man könnte mich diesbezüglich am Beispiel des Hausbesitzers und des Juweliers falsch verstehen). Wenn jemand beispielsweise Morddrohungen (also eine echte, wiederholte, gefährliche Drohung) bekommt und der Täter (weil er vielleicht geschickt ist) von der Polizei nicht ausgeforscht werden kann und diese Person die Verlässlichkeit, die eben schärfer überprüft werden sollte, erfüllt, sollte das Opfer (egal welche soziale Schicht), sofort die Berechtigung erhalten eine Schusswaffe zumindest besitzen zu dürfen, welche eben sofort erlischt, sobald der Täter gefasst ist bzw. keine Gefahr mehr besteht.
    Dies könnte bei anderen Beispielen genauso gelten.

    Ich bin nicht einfach für ein liberalisiertes Waffenrecht, sondern für ein differenzierteres.

    Ich weiß, dass Chiron das anders sieht, nämlich dass man z.B. abends unterwegs ist und plötzlich Opfer eines Gewaltverbrechens wird und sich nicht, wenn auch in dem Moment, wegen Unterlegenheit und besonderer Brutalität der Täter, angemessen mit einer Schusswaffe verteidigen kann, weil eben vorher diese Gefährdung nicht abzusehen war.
    Dieses Schicksal wäre mit einer Schusswaffe zu verhindern gewesen, aber eine Bewaffnung der Gesellschaft allgemein, wäre trotzdem extrem gefährlich. Schreckschusswaffen waren in Deutschland frei, dass jetzt dafür der kleine Waffenschein verlangt wird, wird seine Gründe haben und darüber hinaus passiert trotzdem genug Missbrauch mit diesen Waffen. Nicht vorzustellen welche Konsequenzen der freie Zugang zu scharfen Waffen hätte.
    Auch wenn es Beispiele gibt, wo ein liberales Waffenrecht zu weniger Waffengewalt geführt hat, halte ich das für undenkbar.
    vor 3 Jahren und 3 Monaten. ·
  • ChironMcAnndra > gesellschaft: Wieder mal ein Amokläufer Sorry, aber um zu einer Norm zu werden, müßte ein signifikanter Prozentsatz der Menschen Mörder sein ... jeder Blick in aktuelle Verbrechensstatistiken zeigt zwar eine beunruhigend große Anzahl von Morden ... relativ zur Bevölkerung jedoch ist der prozentuale Anteil der Täter dennoch verschwindend gering ...
    Vielleicht solltest Du Dich mal mit dem Begriff "Norm" etwas näher befassen, bevor Du ihn weiter falsch verwendest ...

    Etliche Oppfer, die sich entweder gar nicht oder völlig unzureichend gewehrt haben, sagen etwas völlig anderes ... davon abgesehen ist es für mich ein riesen Unterschied, ob jemand einen anderen Menschen ohne direkte Not tötet, oder ob das im Rahmen der Selbstverteidigung passiert ... diese beiden Taten pauschal als "einen Menschen töten" zu bezeichnen, halte ich für ungerechtfertigt ...

    Wenn es aus Selbstverteidigung getan wird, dann sicher nicht ... in solchen Fällen sehe ich eher erhöhten Untersuchungsbedarf, falls dies nicht geschieht ...

    Ich kann mir jedoch kein einziges Motiv für Mord vorstellen, das mit geistiger Gesundheit einhergeht ...
    Wenn Du Dir das vorstellen kannst, dann stell uns hier bitte so ein Beispiel mal vor ... und überzeuge uuns, daß ein geistig gesunder Mensch zu soetwas fähig ist ...
    Aber bitte beachte hierbei die notwendigen Aspekte, die einen Mord definieren: Die absichtliche Tötung eines Menschen ohne direkte Notwendigkeit ...

    Chiron
    vor 3 Jahren und 3 Monaten. ·
  • gesellschaft: Wieder mal ein Amokläufer CherryLeoKitty: Ich meinte jetzt zunächst auch keine biologischen Unterschiede, wobei ich da nachschauen müsste. Habe dazu an der RUB beim Kriminologie-Lehrstuhl was gelesen.
    Es gibt eine sozialpsychologische Analyse (Studie) von Stephan Harbort, in der er Einfach- und Serienmörder miteinander verglichen hat und dabei ergaben sich einige signifikante Unterschiede bzgl. verschiedener Merkmale wie sexuelle Motive, Affekttaten, Opfer/Täter-Beziehung etc.
    Das heißt natürlich nicht - was du wahrscheinlich meinst - dass es jedem Mehrfachmörder auf die Stirn geschrieben ist, was in ihm vorgeht. Es gibt nicht DEN Serientäter-Typ, wie man mal angenommen hatte - dennoch ergeben sich im Gegensatz zu Einfachmörder/Totschlägern immer wieder interessante Übereinstimmungen zwischen Vielfachmördern.
    vor 3 Jahren und 3 Monaten. ·
  • verwesung > gesellschaft: Wieder mal ein Amokläufer Das tun sie aber...
    Es ist zwar schwierig, gerade Einfach- oder Zweifach-Mörder von Serienmörder abzugrenzen und es gibt auch nicht "den" Serientäter-Typ - dennoch gibt es Studien zufolge einige signifikante Unterschiede.
    Ansonsten könnte es keine operative Fallanalyse u.a. geben.


    Natürlich gibt es Unterschiede, diese sind aber oft alles andere als offensichtlich. Die Gehirnareale, die den Unterschied zwischen Mörder und Nichtmörder ausmachen, hat man bis jetzt zumindest noch nicht gefunden; bei einigen Serienmördern konnten auch tatsächlich keine signifikanten Unterschiede zu anderen Menschen gefunden werden; teilweise sind auch einfach nur die Gehirnareale, die für Mitgefühl u.ä. verantwortlich sind, wenig(er) aktiv. Allerdings gibt es auch genug Menschen bei denen es genauso ist und die keine Mörder sind.

    Wir wissen also einfach noch gar nicht, was den Unterschied wirklich ausmacht.


    @Chrion:

    Per definitionem sind etwa die Pfleger in einer Anstalt, wenn das Verhältnis Pfleger-Patienten dementsprechend ist, tatsächlich abnorm. Dass man das nicht so sagt, ist mir schon klar.

    Mord u.ä. kommt im Grunde viel zu oft vor, um einfach als abnorm abgestempelt zu werden.
    Dass oft auch keine markanten Unterschiede festzustellen sind, macht die Sache auch nicht unbedingt einfacher.
    Ich denke auch, dass absolut jeder Mensch in einer Notsituation fähig ist, einen anderen Menschen zu töten.
    Um einen anderen Menschen töten zu können muss vielleicht auch gar keine Geisteskrankheit o.ä. vorhanden sein; zumindest keine, die uns z.Z. bekannt ist.

    Im Grunde kann man darüber auch nichts genaues sagen, da die psychologische Diagnostik wohl alles andere als perfekt zu sein scheint und es für Mord eine Vielzahl von unterschiedlichen Motiven geben kann.
    vor 3 Jahren und 3 Monaten. ·
  • penalty > gesellschaft: Wieder mal ein Amokläufer Ach ja, stimmt. Sind ja keine Menschen, in deinem Sinne... passt.



    Misanthrophie ist also "gesund"?

    Es gibt darüber kein Urteil zu bilden weil es eine Ansichtssache jedes Individuum ist. Ob du nun Menschen magst oder ich im allgemeinen und im besonderen eher nicht , ist deine und meine Sache und Jedem seine Sache....
    Wer behauptet das aus diesem Grund Menschen dazu neigen Amok zu laufen ist genauso verpeilt wie manche Zeitgenossen die Filme , Spiele oder Musik als möglichen Grund erwähnen..das ist unsäglich...

    "Misanthropie beschreibt die Haltung und Einstellung einer Person, welche den Menschen an sich verachtet oder hasst, also eines Misanthropen."

    Bedeutet das, du hasst und verachtest dich selbst? Oder hasst du nur andere oder gar beides? Und was genau gibt es dir überhaupt, wenn du "hasst" oder "verachtest"?
    Oder ist es ist einfach "in" Misanthroph zu sein, ohne zu wissen warum? Klär mich doch bitte auf.
    vor 3 Jahren und 3 Monaten. ·
  • ChironMcAnndra > gesellschaft: Wieder mal ein Amokläufer Ich bestreite, daß ich soetwas gesagt habe ... weder in dieser, noch in einer ähnlichen Form, die etwas in der Art bedeuten könnte ...

    Wenn Du genauer hinschaust, dann bemerkst Du vielleicht den Passus, wo es darum geht, daß es sich um Leute handelt, die man als Menschen mit denselben Rechten anerkennt welche man auch für sich selbst beansprucht ... bei Gewaltverbrechern erkenne ich deren Rechte nicht an ... eshalb es für mich keine Menschen in dem Sinne sind, daß sie besondere Rechte einfordern dürfen ... wie oft wollen wir das denn noch durchkauen, bevor Du eine komplexe Aussage als das akzeptierst, was sie ist, statt sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit framentiert zu entstellen?

    Was hat der Staat hiermit zu tun?
    Mir soetwas in den Mund legen zu wollen, ist in etwa so als würdest Du behaupten, Vegetarier, das seien die Menschhen, die nichts anderes als Fleisch essen würden ...

    Chiron
    vor 3 Jahren und 3 Monaten. ·
  • penalty > gesellschaft: Wieder mal ein Amokläufer @ Chiron

    Schon lustig, ich fragte dich mal (so oder so ähnlich. Sorry, wenn ich mich irre) im "Todesstrafen-Thread", ob es irgendwie "normal" sein könnte, dass man Menschen tötet, ohne davon einen "Schaden zu tragen", da sagtest du noch, dass die Menschheit eh davon geprägt sei und dass das nichts zu bedeuten hätte...

    Hm...

    Ach ja, die Verbrecher darf man ruhig hinrichten, stimmt. Das ist okay... davon trägt niemand einen Schaden, der Staat ist ja so... perfekt... mit all seinen Ansichten und Urteilen...
    vor 3 Jahren und 3 Monaten. ·
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