informationen
-
beschreibung:
Wie weit soll politische Korrektheit gehen?
Ich bin unter anderem auf dieses Thema durch den Wahls…
-
alle anzeigen
-
ChironMcAnndra > gesellschaft: Wie weit soll politische Korrektheit gehen? Genau dasselbe empfinde ich bei "Magistra" .... ich sehe in "Magister" ebensowenig einen deutlich männlichen Ausdruck wie für Dich Philosophie zwanghaft weiblich ist ... Magister ist ein Ausbildungslevel ... eine Qualifikationsstufe ... nichts weiter ... erst, wenn Leute darauf bestehen, daß hier ein Unterschied gemacht werden muß, wird doch gerade der Nährboden für unterschiede bereitet ... wie lange dauert es wohl dann, bis irgendwer auf die Schnapsidee verfällt, daß wenn man schon einen Unterschied in der Wortwahl machen müsse, daß ja dann auch die Qualifikation unterschiedlich zu bewerten sei ... denn wenn Magister nicht dasselbe ist wie Magistra, dann kann es ja auch nicht automatisch so sein, daß beide für denselben Job taugen ...
Ich sehe nicht, was daran unvernünftig sein sollte?
Schließlich ist die Welt kein Schlaraffenland mit endlosen Ressourcen, sodaß man beliebig viele Jobs für Frauen anbieten kann schon lange bevor es genügend von denen gibt, die die entsprechenden Fähigkeiten besitzen ...
Würde man anders vorgehen, dann wäre die französische Revolution noch heute in der Planungsphase ... und dann würden noch heute römische Gladiatorensklaven darüber theoretisieren, ob es denn nun an der Zeit wäre, einen großen Aufstand zu machen oder nicht ...
Wenn jemand fordert, daß etwas getan werden soll, muß er auch dafür sorgen, daß die Begleitumstände vorhanden sind, sobald man seinen Forderungen nachgibt ...
Einer der Hauptgründe, weshalb ich eine Erziehung, die mit Vorbildern arbeitet, für unzeitgemäß und unvernünftig und die öffentliche Akzeptanz und Anerkennung von Vorbildern für schädlich halte ...
Natürlich ... nur bietet die femininisierung mancher Nomen nunmal keine wirkliche Abhilfe, da sie das Denken der Menschen nur rudimentär beeinflußt ...
Was nützt es, den Job eines weiblichen Bürgermeisters in Bürgermeisterin umzubenennen, wenn der eigentliche Grund für ein - sagen wir mal - nicht frauenförderndes Denken an einem ganz anderen Punkt zu suchen ist, nämlich am Statusschmarotzen der meisten Leute, die meinen, wenn sie nur eng genug an jemandem mit einem Titel kleben, würde das auf sie abfärben ...
Nur weil die Frauen von Bürgermeistern es einfgach geil fanden, daß man sie mit "Frau Bürgermeister" anredete und ihnen das in ihren unterentwickelten Gehirnen ihrem dort angesiedelten überentwickelten Ego schmeichelte, machen die Menschen den Fehler, eine "Frau Bürgermeister" automatisch als die Frau des Bürgermeisters zu sehen, statt ihr den Job selbst zuzutrauen ...
Dieses kleingeistige Schmarotzertum, das auch bei Männern durchaus üblich ist, wenn jemand etwa als Berufsbezeichnung "Sekretär eines MdB" angibt, weil er meint, ihn würde das von einem gewöhnlichen Bureauhengst abheben ... nur ist es eben auf dieser Seite nicht so weit verbreitet ...
Nun ... ich halte das nicht für wichtig ... denn weit wichtiger wäre es, wenn sich die Menschen bewußt machen würde, was das bedeutet, was sie reden ... denn dann würden sie nachdenken ... und die Schwierigkeiten würden sich von ganz alleine auflösen ... wenn man jedoch die Sprache ändert, wird niemand zum Nachdenken angeregt ... sondern lediglich dazzu, vor einer neuen Regelung zu kapitulieren ... dann wird beim Reden vielleicht feiner unterschieden, aber daß dies zu einer Verhalttensänderung führen soll, sehe ich nicht ...
Nunja ... ich bin eben der Ansicht, daß verbale Unterscheidungen eher dazu geeignet sind, Unterschiede zu vergrößern als zu verkleinern ...
Wenn ich jemanden sehe, dann sehe ich in erster Linie einen Menschen ... daß er schwarz ist oder braun, blond oder brünett, langhaarig oder kahl, männlich oder weiblich, alt oder jung .... das sind zwar Aspekte, die ebenfalls sofort da sind, weil sie nunmal ins Auge fallen ... aber die stehen dennoch hinter der Bezeichnung "Mensch" zurück ... und für mich ist eine Frau ebenso ein Mensch wie ein Mann einer ist ... obwohl es der Mensch heißt .... ich sehe eine Gefahr darin, einen Unterschied zu machen zwischen "Mensch" und "Menschin" ... denn damit haben wir keine gemeinsame Basis mehr ... und das macht es viel leichter, Unterschiede hineinzuinterpretieren ... denn wenn man "alle Menschen und Menschinnen gleich zu behandeln" hat ... was bedeutet das denn? Spitzfindige Leute werden irgendwann auf die Idee kommen, daß man dies auch so interpretieren könne, daß man eben alle Menschen untereinander gleich behandeln und auch alle Menschinnen untereinander gleich behandeln müsse ... nicht jedoch Menschen und Menschinnen ...
Diese geschlechterspezifische Teilverdopplung sehe ich daher eher negativ als positiv ... und einfach wegsttreichen kann man dden Begriff schon gar nicht .... denn wenn man "Mensch" einfach wegläßt und stattdessen nur noch Mann/Frau verwendet, sind wir ebenfalls bei demselben Szenario wie zuvor ... nur eben mit anderen Worten ...
Chiron
vor 3 Jahren und 5 Monaten. ·
-
BruderLustig > gesellschaft: Wie weit soll politische Korrektheit gehen? das eine ist ein personenbezogener titel, das andere ist einfach ein bezeichnung für eine fachdisziplin; die philosophie ist eindeutig, aber eine person die einen akademischen grad darin erreicht, kann nun mal männlich oder weiblich sein; dass sich das auch in der endgültigen bezeichnung widerspiegelt ist nur gerecht
fühl dich diskriminert, wenn man dich magistra nennt, aber magister der philosophie ist männlich wie nur irgendwas - der rest ist blanker unsinn
frauen, sollen also mal gscheit studieren, dass man sie beim besten willen nicht mehr übergehen kann, so sieht gleichberechtigung also dann aus... das sind argumente, da kann ich nur den kopf schütteln...
es ist schon klar, dass es bereiche gibt wo frauen einfach unterrepräsentiert sind, nicht weil sie aktiv diskriminiert werden; sondern weil in dem bereich einfach weniger frauen eine ausbildung machen; die frage die sich stellt ist aber warum gewisse optionen für frauen offenbar weniger in frage kommen; und das hat mit vorbildern zu tun, mit familiärer und schulischer prägung; kurz von den dominanten rollenbildern in einer gesellschaft - und die werden natürlich nicht nur aber auch durch die sprache konstituiert
daher ist eine geschlechtergerechte sprache zwar wichtig; aber weit davon entfernt die lösung für das problem von struktureller ungleichbehandlung zu sein
die hände in den schoß zu legen und zu sagen : "emanzipiert euch!" ist einfach, aber missverkennt das problem von struktureller ungleichbehandlung welche durch eine männerdominierte gesellschaft systemimmanent ist
vor 3 Jahren und 5 Monaten. ·
-
ChironMcAnndra > gesellschaft: Wie weit soll politische Korrektheit gehen? Tja, wenn eine Frau darauf herumreitet, daß man Sie Magistra der Philosophie nennt und blos nicht Magister sagen darf, dann bestehe ich aber darauf, dazu zuerst nach einem neutralen Wort für ihren Titel gesucht wird, bevor sie ihn offiziell führen darf ... denn schließlich fühle ich mich als Mann diskreminiert, weil die Philosophie weiblich ist und ich mich zwingen müßte, einen wenigstens teilweise unmännlichen Titel erwerben zu müssen, wollte ich dieses Fach studieren ...
Nunja ... das mag u.a. aber auch daran liegen, daß manche Frauen, wenn sie sehen, daß leitende Positionen fast ausschließlich mit Männern besetzt sind, sich dann entschließen, lieber darüber zu klagen, daß es so ist wie es ist, anstatt Fakten zu schaffen und genügend weibliche Absolventen mit herausragender Qualifikation zu stellen, um diesen Zustand zu beenden ...
Ich will es mal an einer anderen Branche exemplarisch festmachen ... ich kenne ein paar Computerspezialistinnen, die durchaus in der Lage sind, einen entsprechenden Job mindestens ebensogut zu machen wie jeder männliche Experte in der Branche ... dennoch gibt es relativ wenige Frauen in diesem Bereich .... es ist aber sinnlos, darüber zu klagen, daß ein Großteil dieser Jobs von Mämnnern besetzt sind .... denn würde man eine Quotenregelung schaffen, die eine gleichmäßige Einstellung erzwänge, dann wäre die Branche bald nichtmehr konkurrenzfähig ... weil es einfach nicht genügend Frauen gibt, die sich für so einen Job interessieren und die nötigen Qualifikationen haben ...
Es reicht nicht, sich zu beklagen ... man muß auch gewährleisten können, daß etwas getan werden kann, wenn unvermutet eine Zustimmung kommt ...
Ich finde das Wortgeplänkel um solche Begriffe idiotischer als jeder Sandkastenstreit unter Kindern ... und ich finde es peinlich, wenn sich Erwachsene dazu hergeben, sowas in der Öffentlichkeit breitzutreten ... da ist es kein Wunder, wenn die jüngeren Generationen keinen Respekt vor den Erwachsenen mehr entwickeln ... denn Respekt ist schließlich etwas, was man sich verdienen muß ... aber wer sich um solche Kleinigkeiten herumaufplustert, während zur gleichen Zeit das Leben für andere Menschen auf der Welt den Bach runter geht, hat auch keinen Respekt verdient ...
Chiron
vor 3 Jahren und 5 Monaten. ·
-
unit > gesellschaft: Wie weit soll politische Korrektheit gehen? Naja bei TerroristInnen, KidnapperInnen, TäterInnen...nimmt man es mit der politischen Korrektheit noch nicht so genau. In den Nachrichten heißt es dann Terroristen, Kidnapper, Täter usw., auch wenn Frauen beteiligt sind. Oder hat jemand z.B. bei dem Anschlag auf die russische Disko durch tschetschenische Terroristen eine/n Nachrichtensprecher/in sagen hören:" Die Terroristinnen und Terroristen..." Nein.
Weil es zu umständlich ist, das gilt für negative und für positive Worte. Aber manchmal ist es einfach angebracht. Es würde seltsam und diskriminierend aussehen, wenn z.B. bei der Gebrachsinformation eines Arzneimittels "Lieber Patient!" anstatt "Liebe Patientin, lieber Patient!" stehen würde.
Die erwähnten Abkürzungen von akademischen Graden sind vor allem im Universitätsbetrieb gebräuchlich und trotzdem gibt es jetzt im 21. Jahrhundert (!) bei gewissen Studien (zum Beispiel Philosophie) noch immer keine inoffizielle Chancengleichheit zwischen Mann und Frau. Eine Bekannte ist Magistra der Philosophie und strebt gar kein weiteres Studium an, weil leitende Positionen dort fast ausschließlich mit Männern besetzt sind. Darüber sollte man sich eher Gedanken machen, als um absurde Abkürzungen.
vor 3 Jahren und 5 Monaten. ·
-
BruderLustig > gesellschaft: Wie weit soll politische Korrektheit gehen? hm... in der tat - da hab ich einiges verdreht...
der kritische punkt ist eben die nicht-sichtbar-machung der präsenz von frauen, durch begriffe wie "die schüler" "die lehrer", etc...; dass es für homogen männliche und gemischte gruppen verwendet wird ist klar - aber sprachlich nun mal (nach meinem verständnis) nicht korrekt; und ist relikt einer welt, wo frauen am herd standen und männer ins büro oder sonstwohin arbeiten gingen...; diese zeiten sind vorbei, daher ist auch eine andere (d.h. eine dezidierte) sichtbarmachung von frauen auch in der sprache notwendig
in alltäglichen diskussionen verwende ich auch nur bedingt geschlechtergrerechte formulierung (wie man an meinen beiträgen wohl merkt), aber das ändert nichts daran, dass ich versuche an einer mir vernünftig erscheinenden verwendung zu arbeiten; weil ich sie für angemessen halte;
in den umstellungsschwierigkeiten sieht man halt die prägung eines menschen
p.s. zu deinem punkt, ich gebe dir vollkommen recht; es macht genauso wenig sinn, das ganze dann durch ausschließlich die weibliche form zu ersetzen; genauso wenig wie von flyer/-innen zu schreiben...
vor 3 Jahren und 5 Monaten. ·
-
vanhouten > gesellschaft: Wie weit soll politische Korrektheit gehen? Irgendwie hast du meinen Beitrag nicht so ganz verstanden...Darin werden für sämtliche Berufs- und Parteienbezeichnungen die weiblichen Formen verwendet, nicht ergänzend wie bei 'der/die Gerichtsvollzieher/-in', sondern ausschließlich.Deutsch ist nicht die einzige Sprache, in der männliche Gattungsbezeichnungen (Schüler, Lehrer, Polizisten, Bäcker, Hunde, ...) entweder für rein männliche oder gemischte Gruppen stehen, während die weiblichen Formen ausschließlich für Gruppen verwendet werden, die tatsächlich nur aus weiblichen Mitgliedern bestehen. Insofern wäre die Formulierung 'Aufgabe der Gerichtsvollzieher ist ... bla' eigentlich einwandfrei; gegen 'Aufgabe der Gerichtsvollzieher/-innen ist ...' habe ich auch nichts einzuwenden, aber 'Aufgabe der Gerichtsvollzieherinnen ist ...' ist schlicht und einfach absurd und den Männern gegenüber diskriminierender als die Verwendung der männlichen Form den Frauen gegenüber, weil die eine Formulierung die anderen miteinbezieht, während die andere sie ausdrücklich ausschließt. Wenn du das anders siehst und kein Problem damit hast, dich aus Gründen der Political Correctness künftig als Studentin (bzw. Arbeitnehmerin oder was auch immer) anreden zu lassen, bitte. Ich find's affig.
vor 3 Jahren und 5 Monaten. ·
-
BruderLustig > gesellschaft: Wie weit soll politische Korrektheit gehen? ich finde, dass durch solche argument, die ernsthafte diskussion über geschlechtergrechte sprache; und geschlechtergerechte verhältnisse, einfach weggewischt wird...; das argument "man wolle ja radikal über die bisherige sprache darüberfahren", verhindert die tatsächliche auseinandersetzung mit der frage; wie wirkt sprache auf menschen und auf machtverhältnisse?
wer nichtmal bei der grammatik / wortbedeutungen sicher ist; sollte sich zuerst über diese gedanken machen, anstatt sich an beispielen für anscheinend "absurde" geschlechtergerechten sprache zu versuchen - das absurde hierbei ist allein deine verwendung der deutschen sprache; fern ab jeder bedeutung
das sind keine argumente für eine ernsthafte diskussion
vor 3 Jahren und 5 Monaten. ·
-
vanhouten > gesellschaft: Wie weit soll politische Korrektheit gehen? Ich finde auch, dass dieser PC-Wahn immer absurdere Formen annimmt. Vor allem sehe ich nicht, wie damit zur Akzeptanz von und Toleranz gegenüber 'Randgruppen' in den Köpfen der Menschen beigetragen werden soll, zumal es langsam nicht mehr auf Gleichbehandlung vermeintlich schwächerer Bevölkerungsgruppen hinausläuft, sondern die gefühlte Tendenz mittlerweile eher dahin geht, die 'Stärkeren' zu diskriminieren. Inzwischen liegen beim Gericht z.B. Flyer/-innen aus, die die Bürger/-innen über den Ablauf des Zwangsvollstreckungsverfahrens informieren sollen. Darin werden für sämtliche Berufs- und Parteienbezeichnungen die weiblichen Formen verwendet, nicht ergänzend wie bei 'der/die Gerichtsvollzieher/-in', sondern ausschließlich. Wer das ernst nimmt, wem es helfen soll und wer sich deswegen jetzt besser fühlt, weiß ich ehrlich gesagt nicht.
vor 3 Jahren und 5 Monaten. ·
-
vor 3 Jahren und 5 Monaten. ·
-
-
gesellschaft: Wie weit soll politische Korrektheit gehen? MangoFay: was die political correctness hierzulande betrifft... so begrüße ich die geschlechtslosigkeit der englischen sprache. dort ist man "teacher", "doctor", was auch immer. es gibt nur diese eine form. ich weiß, dass ich eine frau bin, wer mich ansieht wird auf anhieb bemerken, dass ich eine frau bin, wer meinen namen liest ebenfalls. und ich benötige hinter meiner berufsbezeichnung oder sonst einem titel kein "in" um mich gerecht behandelt zu fühlen.
allerdings scheint diese geschlechtslosigkeit in den staaten dazu zu führen, dass man sich an kleinigkeiten wie "womyn" aufhängt. ganz im ernst, so etwas kann man doch nur wenn man entweder vom leben und sich selbst gelangweilt ist oder es einem einfach zu gut geht.
vor 3 Jahren und 5 Monaten. ·
-
vor 3 Jahren und 5 Monaten. ·
-
BruderLustig > gesellschaft: Wie weit soll politische Korrektheit gehen? das kann ich nicht nachvollziehen; wenn es zwei unterschiedliche begriffe gibt, warum diese nicht auch unterschiedlich abkürzen... erleichter nur die korrekte anrede dieser person; dass es frauen gibt die darauf keinen wert legen, ist ja kein effektives argument dafür die unterschiedlichen bezeichnungen dennoch unterschiedlich abzulürzen...
das ist mir neu, aber sei es drum (zumindest scheint der begriff nicht lang von der breiten masse in verwendung gewesen zu sein);
bei all diesen dingen (hinsichtliche einer korrekten sprache) geht es um zwei kernelemente:
1. fühlt sich die angesprochene person durch einen begriff den ich verwende negativ berührt, ohne dass ich dies will?
2. ist der terminus den ich verwende, ein korrekter terminus oder ist er eine wiederspiegelung von früheren/aktuellen moralisch abzulehnenden machtverhältnissen (und das trifft meines erachtens nach zu, wenn ich eine frau mit einem männlichen titel anspreche, oder mich weigere einen titel unter hinblick darauf EINDEUTIG abzukürzen)
bei women/womyn (ein deutsches pendant wäre die ablehnung von "man" und die umformung zu "mensch" -> man sollte zur wahl gehen /mensch sollte zur wahl gehen) sehe ich diese notwendigkeit nicht, da es sich um eine eindeutig weibliche bezeichnung handelt (bei "man", meines erachtens um geschlechtsungewiss) und nicht um eine eindeutig männliche bezeichnung, die gnadenhalber auch frauen mit einschließt
vor 3 Jahren und 5 Monaten. ·
-
unit > gesellschaft: Wie weit soll politische Korrektheit gehen? @BruderLustig
Die korrekte Bezeichnung ist "Magistra" (lat. "Lehrerin"). Darum geht es mir aber überhaupt nicht, es ist einfach ein akademischer Grad und hat mit übertriebener politischer Korrektheit nichts zu tun. Worum es mir geht ist die sinnlose Abkürzung dieses akademischen Grades (wie eigentlich schon beschrieben).
Der Afro-Haarschnitt war in den USA in den 70ern populär. Ein Grund, warum Schwarze in den USA diese Bezeichnung nicht mehr wollen, ist die Assoziation damit und der damaligen Stellung der Schwarzen in der Gesellschaft.
Dass du viel mehr Ergebnisse für "African American" bekommst, ist einleuchtend, wenn dieser Begriff derzeit als politisch korrekt gilt.
Dass die Sprache im Englischen weniger geschlechtergeregelt ist (sein sollte) stimmt, aber wie man an dem Beispiel women/womyn sehen kann, kann man es auch komplizierter machen.
vor 3 Jahren und 5 Monaten. ·
-
BruderLustig > gesellschaft: Wie weit soll politische Korrektheit gehen? ich sehe nicht, wo das überzogen sein sollte; wem fällt ein stein aus der krone, wenn er eine person migistra nennt, anstatt frau magister (oder nur magister); genauso halte ich die abkürzungen nicht für tragisch und auch nicht für zu weit gehend
faulheit sollte einer korrekten d.h. exakten sprache nicht im wege stehen; und besonders nicht im wissenschaftlichen bereich (da fehlt mir jedes verständnis für die verweigerung einer geschlechtergerechten sprache); was ich jedoch zugebe ist, dass sich 1. die deutsche sprache absolut nicht für geschlechtergerechte formulierungen eignet und 2. das binnen-I hässlich ist; ich versuche in arbeiten die ich schreibe, von Studenten und Studentinnen oder von Studierenden zu schreiben; von Bürgerinnen und Bürgern - und nicht von BürgerInnen
"Afro-American" ist in den usa absolut unüblich - habe ich noch nie gelesen, noch nie gehört; im lateinamerikanischen / spansichen ist der begriff "afroamericano" gebräuchlich und im deutschen eben "afro-amerikaner";
im englischen ist "afro-american" aber kaum in verwendung (kleiner versuch; ~2millionen google-treffer bei "afro-american" gegen ~51millionen bei "african-american")
im englischen ist eine geschlechtergerechte sprache viel normaler, weil es z.b. bei "doctor" keine dezidiert männliche/weibliche form gibt; sowie bei de facto allen berufsbezeichnungen...; ich habe zuletzt einen englischen text gelesen in dem die autorin öfters die weibliche form, in fällen wo das geschlecht einer person ungewiss war (z.b. "a person" / "an individual" ) verwendet hat... fand ich zwar am anfang etwas verwirrend, aber dann hab ichs durchschaut und... war auch nicht weiter schlimm; aber allein das faktum dass es jmd auffällt ist ja schon eine interessante beobachtung...
vor 3 Jahren und 5 Monaten. ·
-
ChironMcAnndra > gesellschaft: Wie weit soll politische Korrektheit gehen? Ich halte political correctness in vielen Fällen für unnötig übertrieben ... vor ner Weile hat das mal jemand in ner netten TV-Serie gut angesprochen, wo es darum ging, ob es richtig wäre, einen Vampir auch als Vampir zu bezeichnen ... oder ob man nicht besser "undead american" sagen sollte ...
Chiron
vor 3 Jahren und 5 Monaten. ·
-
cultrixmorbosos > gesellschaft: Wie weit soll politische Korrektheit gehen? Es ist zwar nett und schön, dass bestimmte Personengruppen in der Sprache nicht abgewertet werden wie es gerade bei den Schwarzen der Fall ist. Aber so wie sich das in dem Eröffnungsthread liest, scheint dies doch ziemliche Ausmaße anzunehmen und auch hier gilt dann wieder der alte Leitspruch: "Man kann alles übertreiben ..."
vor 3 Jahren und 5 Monaten. ·
-
vor 3 Jahren und 5 Monaten. ·
-
unit > gesellschaft: Wie weit soll politische Korrektheit gehen? Ich bin unter anderem auf dieses Thema durch den Wahlsieg Obamas gekommen.
Politische Korrektheit ist sicher wichtig, aber wie weit soll sie gehen? Dass man statt "Stundenten", "StudentInnen" schreibt (usw.), ist man ja gewohnt, aber mittlerweile hat diese politische Korrektheit, meiner Meinung nach, ein absurdes Ausmaß angenommen. So kürzt man Magistra nicht mehr mit "Mag." ab, sondern schreibt "Mag." und darüber ein kleines "a". Aber es geht noch weiter, man kürzt "Doktorin" nicht mit "Dr." ab, sondern schreibt "Dr." und darüber in kleiner Schrift "in". Das sieht, meiner Meinung nach, absurd aus und ist völlig unnötig, oder sollte man der Vollständigkeit halber über die Abkürzung von "Magister" und "Doktor" ein "r" schreiben, um das Geschlecht des Akademikers anzuzeigen?
Ihr habt diese Abkürzungsform wahrscheinlich schon gesehen. Als ich mich für einen Termin bei einer Professorin angemeldet habe und im Anmeldeformular Name und akademischer Grad der Prüferin anzugeben war, habe ich diese gefragt, ob ich ihren akademischen Grad in dieser Form abkürzen soll. Sie lachte fast, schüttelte den Kopf und sagte:"Nein, das mussen Sie sicher nicht".
Noch politisch "korrekter" geht es in den U.S.A zu. FeministInnen fordern den Plural von "woman" als "womyn" zu schreiben, um ihn deutlich von "men" abzugrenzen (woMEN ist zu patriachal). Manchen Schwarzen passt der Ausdruck "Afro-American" nicht mehr, was ich auch irgendwie nachvollziehen kann, ihn aber durch "African American" zu ersetzen ist, meiner Meinung nach, etwas unglücklich gewählt, weil er immer auf die Wurzeln der Person anspielt. In Deutschland oder Österreich müsste man dann nach amerikanischem Vorbild "afrikanischer Deutscher" bzw. "afrikanischer Österreicher" sagen, egal seit wie vielen Generationen die Person in dem jeweiligen Land lebt (wenn das nicht diskriminierend ist...).
Der Ausdruck "Schwarzer" ist angemessen, weil es keinen qualitativen Unterschied zu dem Ausdruck "Weißer" gibt. Den Ausdruck "Farbiger" finde ich weniger angemessen, weil kein Mensch zu einem Weißen "Farbloser" sagen würde. In diesem Zusammenhang ist mir ein Artikel der "Los Angeles Times" vom 22. August 2008 von Maria Shriver, mit dem Titel "The 'R-word' is no joke" eingefallen.
Mit "R-Wort" ist "retarded" gemeint, das (geistig) behindert/zurückgeblieben bedeutet. Zugegebenermaßen wird dieses Wort oft in einem diskriminierenden Zusammenhang verwendet. Die Autorin hat das "R-Wort" in seiner beleidigenden Wirkung für geistig Behinderte mit dem "N-Wort" für Schwarze verglichen. Das hat mich schon geärgert. "Retarded" ist auch ein Fachausdruck, während das "N-Wort" immer beleidigend und herabwürdigend gemeint ist. Jetzt muss man vielleicht bei medizinischen Diagnosen auf politische Korrektheit achten, neue Ausdrücke suchen? Ich weiß, was die Autorin gemeint hat, aber dieser Vergleich ist unmöglich.
Übrigens war zufällig unter dem Artikel eine Karikatur abgedruckt: Eine Figur auf der "Obama" steht droht von einem riesigen Schuh auf dem "Hillary" steht zertreten zu werden.
Was hält ihr von der politischen Korrektheit hierzulande und in den USA (die sicher einen Einfluss auf uns haben wird)?
vor 3 Jahren und 6 Monaten. ·