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20.08.2006 14:00:00
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Charles Manson


 Charles MansonCharles Milles Manson (* 12. November 1934 in Cincinnati) ist ein US-amerikanischer Musiker und zugleich Anführer der so genannten Manson Family, die in den 1970ern für zahlreiche Morde (Tate/LaBianca Murders) verantwortlich war. Manson, der keine der Taten selbst beging, verbüßt eine lebenslange Haftstrafe im Staatsgefängnis Corcoran (Kalifornien). Er genießt auch heute noch Kult-Status, sein Name ist in die US-amerikanische Alltagssprache als Synonym für das Böse eingegangen.


Leben

Kindheit und Jugend
Manson wurde 1934 als uneheliches Kind der sechzehnjährigen alkoholkranken Prostituierten Kathleen Maddox geboren. Die Mutter wurde bald wegen Autodiebstahls zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, und Charles Manson wurde von einem Verwandten zum anderen geschoben. Zuerst lebte er bei seinen Großeltern, später bei seiner Tante und seinem Onkel, die ihn streng und religiös erzogen. Er konnte nicht besonders gut lesen oder schreiben, hatte allerdings ein ausgeprägtes rhetorisches Talent.

Er verbrachte einen Teil seiner Jugend in Erziehungsheimen und kam mit sechzehn Jahren zum ersten Mal in Haft, unter anderem wegen Diebstahls, Vergewaltigung und Zuhälterei. Wegen guter Führung wurde er drei Jahre später entlassen, lernte eine Kellnerin kennen und heiratete sie. Gemeinsam haben sie einen Sohn, Charles Junior. Er bekam zur Resozialisierung eine Anstellung als Parkplatzwächter. Diesen Job nutzte er allerdings, um Autos aufzubrechen und Autoradios sowie Ersatzteile zu stehlen und zu verkaufen. Dafür wurde er abermals zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, seine Frau reichte die Scheidung ein. Im Gefängnis wurde der nur 1,63 Meter große Manson von seinen Mitgefangenen oft misshandelt, missbraucht und verprügelt. Als er einen seiner Peiniger mit einer Rasierklinge bedrohte, wurde er aufgrund seiner Brutalität in Einzelhaft gesteckt. Diese Zeit nutzte er unter anderem, um zu malen und Gitarre spielen zu lernen.


Erwachsener
1967, im Alter von 32 Jahren, wurde er auf Bewährung aus der Haft entlassen. Er ging nach San Francisco und schloss sich dort einer Hippie-Kommune an, die als Musiker durch das Land tourte und in Country-Schuppen einige Konzerte gab.

Bald jedoch gründete er seine eigene Kommune namens „The Manson Family“, bestehend aus etwa zwanzig zarten und meistens rothaarigen Mädchen mit schwierigem sozialem Hintergrund, die zwischen 18 und 24 Jahre alt waren. Um seine Kommune zu finanzieren, nahm er hin und wieder einen zahlungskräftigen Mann auf, der eine Zeit lang bei der Familie leben durfte.


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Der nicht unbegabte Manson hatte in dieser Zeit noch Ambitionen als Musiker. 1968 hatte Beach Boy Dennis Wilson zwei Anhalterinnen mitgenommen, ohne zu wissen, dass sie Mitglieder in Mansons Gruppe waren. Sie machten Wilson mit Manson bekannt. Wilson unterhielt sich gerne mit Manson über Musik und spielte mit ihm Gitarre. Bald zog die gesamte Manson Family bei Wilson ein und lebte bei ihm. Er machte Manson mit dem Produzenten Terry Melcher bekannt. Manson übergab Melcher ein Demoband und wurde dafür von ihm verspottet. Daraufhin erklärte sich Wilson bereit, ein Mastertape mit Manson zu produzieren. Einer von Mansons Songs, Cease to Exist, schaffte es 1969 unter dem Titel Never Learn Not to Love als B-Seite auf eine Beach-Boys-Single. Wilson hatte Manson den Song für 100.000 Dollar abgekauft und einige Veränderungen daran vorgenommen. Als Manson schließlich noch mehr Geld von ihm forderte, verließ der die Family.

Charles Manson zeigte ab diesem Zeitpunkt eine rassistische Philosophie und gründete eine Sekte. Er behauptete, 1969 würden die schwarzen Amerikaner durch einen Aufstand die Weißen besiegen, jedoch auf Grund der Natur ihrer Rasse unfähig sein, sich selbst zu führen. Deshalb würden sie ihn zu ihrem neuen Anführer wählen und zum Herrscher über die Welt machen. Er zog sich auf eine Ranch in ein Wüstengebiet vor Los Angeles zurück und verkündete, unter dem Tal des Todes sei eine Höhle zum Paradies, in der man sich vor den Unruhen verstecken könnte. Später würde man von Jesus und den Beatles, alle fünf als Engel, in die Seligkeit geführt werden. Den Chaos-Zustand der angeblich bevorstehenden Unruhen nannte Manson „Helter Skelter“ und bezog sich damit auf den gleichnamigen Beatles-Song, aus dem er diesbezüglich geheime Botschaften herauszuhören glaubte.

Andere Quellen berichten, nach Kontaktaufnahme zu satanistischen Gemeinschaften hielt er sich für Jesus und Satan in einer Person oder für die Wiedergeburt von Aleister Crowley. Als die angekündigten Unruhen 1969 doch nicht einsetzten, behauptete er, man müsse „den dummen Schwarzen zeigen, wie man Weiße tötet“. Um Aufmerksamkeit zu erregen, waren seine Ziele die Reichen und Berühmten in Bel Air. Sein erster Mordanschlag sollte vermutlich Terry Melcher gelten, der seine Musik abgelehnt hatte.

Mansons Mädchen bekamen von Charles den Auftrag, in Melchers Haus einzudringen und ihn zu töten. Manson wusste nicht, dass Melcher sein Haus bereits verlassen hatte und der Filmregisseur Roman Polanski es mit seiner schwangeren Frau bewohnte. In jener Nacht war eine Party in Polanskis Haus im Gange. Die „Manson Family“ drang in das Haus ein und stach mit Küchenmessern auf die Partygäste ein, die auf bestialische Weise umgebracht wurden. Im Drogenrausch stachen die Gangmitglieder (Susan Atkins, Patricia Krenwinkel angeführt von Charles „Tex” Watson) zunächst 37 Mal auf das ungeborene Baby in Sharon Tates Bauch ein, danach wurde sie mit mehreren Messerstichen qualvoll hingerichtet. Zwei weitere Gäste wurden am Hals mit einem Seil zusammengebunden und erstickten langsam. Mit dem Blut von Sharon Tate schrieb Pat Krenwinkel das Wort „PIG“ an die Haustür. Auch eine Tochter Hans Habes, Marina Elizabeth, soll in jener Nacht ermordet worden sein.

Einen Tag später töteten sie zusammen mit Leslie Van Houten den Industriellen Leno LaBianca und seine Frau. Mit Blut wurden die Wörter „Death to pigs“ und „Rise“ an die Wände des Hauses geschrieben. „Healter Skelter“ (falsch geschrieben Helter Skelter) wurde an die Kühlschranktür geschmiert. Des Weiteren wurde Leno LaBianca das Wort „War“ in die Bauchdecke geritzt. In den nächsten Wochen wurden weitere Morde an den Reichen und Berühmten Hollywoods verübt; Manson prahlte auch damit, ein führendes Mitglied der Black Panthers ermordet zu haben. Später stellte sich heraus, dass er einen schwarzen Drogendealer angeschossen hatte.

Susan Atkins wurde auffällig, als sie wie im Wahn mit ihrer Tat prahlte; sie wurde kurze Zeit später wegen Autodiebstahls verhaftete. Überdies führten die Zeugenaussagen der an den Mordanschlägen beteiligten Linda Kasabian zur Verhaftung Mansons und weiterer Sektenmitglieder seiner Family.

Dass der erste Mordanschlag Terry Melcher treffen sollte, konnte niemals entkräftet werden. Als eine weitere mögliche Ursache für die Tate-/LaBianca-Morde wird die Inhaftierung von „Familienmitglied“ Bobby Beausoleil angenommen. Beausoleil soll nach einem gescheiterten Meskalin-Deal den Musiklehrer Gary Hinman getötet haben. Susan Atkins und Charles Watson sollen hiernach die Morde inszeniert haben, um sie als Nachahmungstaten darzustellen. Manson ging darauf auch in seiner Verteidigungsrede ein, in der er sagte, dass dies alles nur aus Liebe für ihren zu Unrecht verurteilten „Bruder“ Robert Beausoleil geschehen wäre.


Verhaftung und Prozess
Am 16. August 1969 wurden Manson und Mitglieder seiner Family unter dem Verdacht des Autodiebstahls auf Spahn's Movie Ranch in den Santa Susanna Mountains festgenommen. Einige Tage später wurden sie aus Mangel an Beweisen wieder auf freien Fuß gesetzt. Am 12. Oktober 1969 fand auf der Barker Ranch im Death-Valley-Nationalpark, wohin Manson und seine Anhänger inzwischen umgezogen waren, eine Polizei-Razzia statt. Angeklagt wegen Brandstiftung und schweren Diebstahls, wurde Manson gemeinsam mit zahlreichen Gefolgsleuten verhaftet. Erst in den darauffolgenden Wochen wurde nach und nach durch polizeiliche Ermittlungen und Zeugenaussagen die Urheberschaft der Manson-Family am Tate-Massaker, an den Morden am Ehepaar LaBianca, am Musiklehrer Gary Allen Hinman und dem Cowboy Donald Jerome Shea deutlich. Am 24. Juli 1970 begann der Tate-LaBianca-Mordprozess gegen Charles Manson, Susan Atkins, Patricia Krenwinkel und Leslie Van Houten in Los Angeles. In einem der bis dahin längsten Strafverfahren der US-Geschichte verbrachten die Geschworenen 225 Tage isoliert im Ambassador Hotel. Der Prozess verlief turbulent. Mansons weibliche Mitangeklagte trugen bizarre Selbstbezichtigungen vor und beteuerten die Unschuld ihres Gruppenführers. Die skurrile Selbststilisierung der Beschuldigten, die schockierende Grausamkeit der Taten und der ungeklärte Mord an Ronald Hughes, einem Verteidiger, der sich bei der Family unbeliebt gemacht hatte, sorgten für ein beispielloses Medieninteresse. Am 29. März 1971 verurteilte die Jury die vier Angeklagten zum Tod in der Gaskammer. Der vorsitzende Richter Charles Older bestätigte das Urteil am 19. April 1971.


Haftzeit
Charles Manson wurde im April 1971 in eine Todeszelle des kalifornischen Staatsgefängnisses San Quentin verbracht. Am 18. Februar 1972 erklärte der Oberste Gerichtshof von Kalifornien die Todesstrafe für verfassungswidrig. Alle Todesurteile wurden daraufhin in lebenslängliche Haftstrafen umgewandelt. Im Oktober 1972 wurde Manson in das Folsom State Prison im Sacramento County überstellt und im Mai 1976 in das California State Medical Corrections Facility, das größte US-amerikanische Gefängniskrankenhaus in Vacaville (Solano County). 1978 wurde in Kalifornien die Todesstrafe wiedereingeführt, was aber für die Verurteilten im Manson-Prozess unwirksam blieb. Im Juli 1985 wurde Charles Manson nach San Quentin gebracht und seit März 1989 sitzt er im kalifornischen Staatsgefängnis in Corcoran (Kings County) ein.

Im April 2002 wurde Mansons zehntes Gnadengesuch abgelehnt.


Mythos Manson
Um Charles Manson ist in den letzten dreißig Jahren ein regelrechter Kult entstanden. Die Liste Manson-bezogener Medien ist lang. So gibt es unter anderem T-Shirts, Poster, Anstecker und Aufnäher. Es existieren etliche Bücher und andere Printmedien, die zum Teil von zweifelhafter Herkunft sind. Dasselbe gilt auch für diverse Veröffentlichungen aus dem Audio- und Videobereich sowie etlichen Internetpräsenzen, wobei hier der Bereich von naiver, kultartiger Verehrung bis hin zum Versuch einer ernsthaften Dokumentation der Geschehnisse um Manson variiert. Es existieren sowohl Tonträger mit Material vor seiner Inhaftierung, als auch Aufnahmen, die in Haftanstalten aufgenommen wurden. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um Musik oder Interviews auf nicht lizenzierten Tonträgern.

Einen nahezu ikonenartigen Status erreichte das Cover des Life-Magazine vom 19. Dezember 1969 und wurde zu einer Art „Markenzeichen“ für oben genannte Manson-Devotionalien. Manson hält zudem den Rekord, jener Haftgefangene zu sein, der die meisten E-Mails, Briefe und Grußkarten bekommt.

1993 veröffentlichten Guns N' Roses einen Charles-Manson-Song auf einem ihrer Alben (The Spaghetti Incident/Look at your Game Girl). Schock-Rocker Marilyn Manson hat Charles Mansons Namen angenommen, allerdings nicht, um seine Verehrung auszudrücken, sondern um zwei Extreme US-amerikanischer Popularität, Marilyn Monroe und Charles Manson, in einem Namen zusammenzufassen, um beispielsweise den Irrsinn und die Tragik des Starkults hervorzuheben, der beiden Geschichten anhaftet. Auch er veröffentlichte ein Lied von Charles Manson (My Monkey) auf seinem Album Portrait of An American Family. Auch System of A Down zeigen sich zum Teil von Charles Manson inspiriert, beispielsweise mit dem Song ATWA auf dem Album Toxicity.

20.08.2006 14:00:00
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Definitio und Beschreibung wie Menschen so werden können vielleicht ohne das sie es wollen

Einführung
Der unnatürliche gewaltsame Tod ist seit Tausenden von Jahren der unvermeidliche Begleiter der Menschheit.
Sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart töten Menschen in Kriegen, bei der Vernichtung ganzer Völkergruppen oder aus persönlichen Beweggründen. Dabei fällt besonders der Massenmörder auf, der eine große Anzahl von Menschen tötet. Zu der Gruppe der Massenmörder gehört u.a.
der Attentäter, der öffentliche Verkehrsmittel oder Gebäude mit Bomben sprengt
der Amokläufer, der innerhalb von einigen Minuten oder wenigen Stunden mehrere Menschen tötet
der Schreibtischtäter, der die Ermordung tausender Menschen plant oder befiehlt
sowie der Kriegsverbrecher, der die Menschen auf unterschiedlichste Weise tötet
der Serienmörder, der meist in zeitlich immer kürzer werdenden Abständen gleichartige Morde begeht
Serienmörder üben auf den Menschen eine unheimliche Faszination aus.
Seit Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts interessieren sich mit zunehmenden Maße auch Schriftsteller und Filmstudios für sie. Fast schon Klassiker sind Filme wie "Das Schweigen der Lämmer" , "Sieben" oder "Blutmond".
Die Opfer dieser Täter allerdings geraten schnell in Vergessenheit. Besonders Prostituierte sind oft die Ziele der Serienmörder und werden dann aufgrund ihrer geringen Anerkennung in der Gesellschaft als Opfer 2. Klasse behandelt. Das kann durchaus soweit gehen, dass die Öffentlichkeit von diesen Mordfällen kaum Notiz nimmt, die Presse wenig berichtet und die Polizeibehörden gar nicht oder nur oberflächlich ermitteln !
Nicht vergessen darf man die ermittelnden Polizisten, Psychologen, Gerichtsmediziner und andere involvierte Experten, die tagtäglich mit den perversesten Auswüchsen dieser Täter konfrontierten werden. Einige von ihnen sind im entferntesten Sinn auch Opfer der Täter.
Sie ertragen die hohe psychische und physische Belastung nicht, ihre Ehen scheitern, sie werden depressiv, selbstmordgefährdet und sie verfallen im zunehmenden Maße den Alkohol oder nehmen sonstige Drogen.
Andere wiederum quittieren den Dienst.


Definition Serienmörder
Der Serienmord-Experte Stephan Harbort kommt in seinem Buch "Das Hannibal-Syndrom" der Definition des Serienkillers am nächsten:
Der voll oder vermindert schuldfähige Täter begeht alleinverantwortlich oder gemeinschaftlich mindestens drei vollendete vorsätzliche Tötungsdelikte, die von einem jeweils neuen, feindseligen Tatentschluss gekennzeichnet sind.  [sic!]
Sobald der Serienmörder die Schwelle zum ersten Mord überschritten hat, wird er nicht mehr damit aufhören. Es sei denn, er wird gefasst oder stirbt.
Der Serienmörder hat typischerweise eine soziopathologische Persönlichkeit, der es an innerer Selbstkontrolle mangelt. Gewissen und Schuldgefühl, die das Verhalten steuern fehlen, doch verspüren er das Verlangen, andere Menschen zu kontrollieren und zu beherrschen. Er folgt seinem Trieb und will "Spaß" haben.
Noch vor einigen Jahren wurden Serienmörder als ein typisch amerikanisches Problem betrachtet. Doch das war es nie ! Serienmörder gab und gibt es weltweit, ob in Europa, Amerika, Asien oder Afrika.


Warum wird ein Mensch zum Serienmörder ?
Grundsätzlich kann auf diese Frage keine pauschale Antwort gegeben werden. Zu unterschiedlich sind die Lebensläufe und Motive der Serienmörder. Zum Beispiel wurde nicht jeder Serienmörder in seiner Kindheit missbraucht und nicht jeder Täter tötet aus sexuell motivierten Gründen.
Mit Sicherheit trägt das soziale Umfeld des zukünftigen multiplen Täters in Form von Demütigungen, Drohungen, Gewalt etc. viel dazu bei, dass er später einmal zum Serienkiller wird.
Bei der Gruppe der geistig verwirrten Tätern sind die Beweggründe schon offensichtlicher. Oft leiden sie unter Psychosen und befinden sich teilweise schon jahrelang in psychiatrischer Behandlung. Hierbei muß noch unbedingt erwähnt werden, dass bei Menschen, die unter Schizophrenie leiden, die Bereitschaft zur Gewalttätigkeit verschwindend gering ist !


Die verschiedenen Tätertypen
Der Tätertypus Serienmörder lässt sich aufgrund der subjektiven Motivation in 6 Tätertypen einordnen. Allerdings sind die Grenzen zwischen den einzelnen Tätertypen fließend. Das heißt, ein Täter kann neben einem Hauptmotiv auch noch andere Motive haben (z.B. Lustmörder, Tierquäler, Kannibale und Brandstifter in einer Person).

Der Sexualmörder
Der Seriensexualmörder ist der am häufigsten vorkommende Tätertyp. Seine Handlungen werden immer von einer sexuellen Triebfeder geprägt. Oft hat dieser Tätertyp regelrecht einen siebten Sinn entwickelt, naive, passive und schwache Personen (potenzielle Opfer) auszumachen, die bereit sind, manipuliert und ausgebeutet zu werden. Er vergewaltigt, missbraucht und foltert seine Opfer. Von seinem Fantasien getrieben kann es zu Verstümmlungen oder auch Entfernen der Genitalien kommen. Diese Handlungen werden vor, während oder auch nach der Tötung des Opfers vorgenommen.
Dieser Tätertyp ist in seiner Jugend oft durch Tierquälerei, Grausamkeiten gegen anderen Kindern, Brandstiftung und Vandalismus aufgefallen. Auch misslungene sexuelle Kontakte haben ihn frühzeitig frustiert.
Sexualmörder lassen sich in 2 Kategorien einteilen, doch auch hier sind die Grenzen fließend:

Der organisierte Täter ist überdurchschnittlich intelligent, ist sozial voll integriert, d.h. ist er berufstätig und führt ein "normales" unauffälliges Leben. Er hat meistens eine genauer Vorstellung von dem späteren Tatablauf und spielt die Tat in seiner Fantasie durch. Gezielt sucht er das Opfer, den Tatort und den Tatzeitpunkt aus.
Am Tatort versucht er keine Spuren zu hinterlassen. Der organisierte Täter versucht von Tat zu Tat seine Vorgehensweise zu perfektionieren. Dieser Tätertyp will die totale Dominanz über sein Opfer und ergötzt sich an deren Schmerzen.
Oft werden die Zeiträume zwischen 2 Taten immer kürzer. Die vom Opfer mitgenommenen Gegenstände (Trophäen, Souvenirs) und das geistige Durchspielen des Ablaufs der letzten Tat halten ihn nicht mehr solange zurück. Auch berufliche oder persönliche Probleme können hierfür ein Auslöser sein.
Wichtig sind ihm die Berichte über seine Taten in den Medien. Teilweise schickt er Bekennerbriefe an die Presse oder den Polizeibehörden.

Der desorganisierte Täter ist meist durchschnittlich oder wenig intelligent, arbeitslos oder behält seine Jobs nur kurzfristig. Er lebt meist zurückgezogen und hat keine oder kaum sozialen Kontakte.
Da der chaotische Täter meist kein Fahrzeug hat und somit nicht mobil ist, findet er oft seine Opfer in der Nachbarschaft oder näheren Umgebung. Seine Taten führt er spontan aus und benutzt als Waffe Gegenstände, die am Tatort vorhanden sind. Selten versucht er seine Spuren zu vernichten oder die Opfer zu verstecken.
Die Berichterstattung über seine Taten in den Medien interessiert ihn nicht sonderlich. Viele Täter dieses Typs sind psychisch krank, körperlich teilweise sehr dünn und verwahrlost, da sie den täglichen Grundbedürfnissen wie Essen und Hygiene nicht mehr nachkommen.

Der Raubmörder
Der Serienraubmörder tötet aus reiner Habgier. Um diese zu befriedigen, geht er sprichwörtlich über Leichen. Seine Opfer müssen sterben, weil sie sich eventuell gewehrt haben und ihn später identifizieren könnten.
Dieser Tätertyp hat oft schon eine längere kriminelle Karriere, die in seinem sozialer Umfeld nicht bekannt sein muss, hinter sich. Meistens ist er arbeitslos und hat Probleme, sich sozial anzupassen. Seine Frustrationstoleranz ist niedrig, die Lernfähigkeit gering und er hat so gut wie kein Verantwortungsbewusstsein.

Der Beziehungsmörder
Der Serienbeziehungsmörder tötet um an das Geld aus Versicherungen (z.B. Lebensversicherung) oder an andere Besitztümer seiner Opfer zu gelangen. Die Opfer sind Personen aus seinem Familien-, Bekannten- oder Freundeskreis.
Ein anderer Tätertyp mordet in der eigene Familie um aus schwierigen Lebenssituationen herauszukommen oder auch um Beziehungen zu beenden. Er ist nicht in der Lage, Konflikte auf kommunikative Weise zu lösen. Sobald er keinen Ausweg aus den Problemen sieht, mordet er. Oftmals ist er innerlich zerrissen, antriebslos und entscheidungsschwach.

Der Gesinnungsmörder
Der Seriengesinnungsmörder tötet aus den unterschiedlichsten Motiven ohne allerdings aus seiner Tat persönliche Vorteile wie Geld, Sex oder Nervenkitzel zu ziehen. Dabei können religiöse, ideologische oder ethnische Gründe eine Rolle spielen. Dieser Tätertyp ist oft in pflegenden Berufen tätig. Motive der Patiententötung können Stress durch ein schlechtes Arbeitsumfeld, falsches Mitleid oder auch die persönlichen Einstellung zum Leben und Tod sein.
Diese vielseitige Motivlage ist für Außenstehende sehr schwer nachvollziehbar.

Der Bedarfsmörder
Der Serienbedarfsmörder tötet aus egoistischen aktuellen Bedarf. Er nimmt sich was er braucht: er vergewaltigt, raubt und tötet aus Lust, Rache oder Hass.
Da kein eindeutiger Modus Operandi (Vorgehensweise bei der Tatausführung) vorliegt, es selten Verbindungen sowie keine Gemeinsamkeiten zwischen den Opfern gibt, keine wiederholende Motive erkennbar sind und dieser Tätertyp unberechenbar ist, werden die Ermittlungen der Kriminalisten erheblich erschwert.

Der Auftragsmörder
Der Serienauftragsmörder töten aus rein finanziellen Gründen. Er hat keinerlei Interesse an seine Opfer. In unseren Breitengraden scheint es keine Auftragskiller zu geben, doch dieser Schein trügt. Denn viele potentiellen Täter würden diesen "Job" durchführen, vor allen Dingen bei hoher Arbeitslosigkeit und daraus resultierende fehlenden finanziellen Mittel.
Der wohl in Deutschland bekannteste "Hitman" war zweifelsohne Werner Pinzner ("Der St.Pauli Killer"). ( Sonderfallakte siehe  hier ).
In der organisierten Kriminalität werden Mordaufträge innerhalb der professionellen Bandenstrukturen an Untergebene erteilt. Diese töten dann nicht aus finanziellem Interesse sondern aus Profilierungsgründen.


Das psychologische Täterprofil
Rückblick und Gegenwart
1956 verhalf der Psychologe Dr. James Brussel der Polizei zur Festnahme eines gefährlichen Bombenlegers, der New York 8 Jahre lang mit 32 Anschlägen in Atem gehalten hatte.
Nach einer genauen Analyse der Tatorte bzw. Auffindesituation , Bekennerschreiben und anderen Hinweisen konnte Brussel eine exakte Voraussage, ein Täterprofil, über die Person und Aussehen machen.
Doch Anfang der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts erhielt die Erstellung von Täterprofilen einen gewaltigen Dämpfer. Das erstellte Täterprofil einer Psychologengruppe über die Identität des "Boston Stranglers" (Würger von Boston) war absolut gegensätzlich von der des später gefassten Täters Albert DiSalvo.
Anfang der 70er Jahre wurde bei der amerikanischen Bundesbehörde FBI die Abteilung für Verhaltensforschung,
Robert Ressler  -   John Douglas  -   Dr.Thomas Müller die Behavioral Science Unit (BSU) gegründet. Etwa zu gleicher Zeit wurde in der damaligen DDR (!) ein psychologisches Täterprofil im Fall des Knabenmörders Hagedorn erstellt.
Ab 1978 begannen einige Profiler der BSU unter der Führung von Robert K.Ressler und John Douglas Serienmörder in den Gefängnissen ausgiebig zu interviewen. Aus den Ergebnissen entwickelten sie einen Interviewbogen mit ca. 200 Fragen.
Diese Fragebögen werden nun von den lokalen Polizeibehörden in Mordfällen ausgefüllt. Das National Center for the Analysis of violent Crime (NCAVC) wertet dann die Erkenntnisse aus. Die Ermittler der BSU erstellen dann ein Profil des Täters.
Die deutschen Polizeibehörden BKA und LKA arbeiten ebenfalls seit einigen Jahren recht erfolgreich mit Profilern.
Die FBI-Profiler a.D. Ressler und Douglas, der englische Psychologe Paul Britton und der Österreicher Dr. Thomas Müller sind die prominentesten Gesichter bei der Fahndung nach Tätern mittels der Profilerstellung. Sie haben u.a. Bücher und Biographien veröffentlicht und wirken als Berater im TV oder bei Dreharbeiten zu Filmen und Dokumentationen mit.

Die Zukunft
Im Zeitalter der zunehmenden Globalisierung, des Ungleichgewichts der Bevölkerungsschichten (hohe Arbeitslosigkeit und Armut) und daraus resultierenden Spannungen sowie der Verfall von einfachster sozialer Strukturen, der Anonymisierung und Verrohung unserer Gesellschaft wird der Massenmörder vom Typ Serienkiller wieder verstärkt auftreten.
Zur Zeit gehen ca. 1 bis 2 % der Morde in den USA auf das Konto von Serienmördern, in Deutschland sind es unter 1%. Allerdings hat sich durch den Wegfall der Grenzkontrollen (Schengener Abkommen, EU-Osterweiterung) und der Fall des Kommunismus den Bewegungsradius der Täter erheblich vergrößert.
In Zukunft müssen die Polizeibehörden aller Länder in Europa verstärkt zusammenarbeiten, um Serienmorde zu erkennen und um Täter erfolgreich verfolgen zu können.

20.08.2006 14:00:00
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RICHARD SPECK

Als Richard Speck zwanzig Jahre alt war, hatte er schon fast vierzig Verhaftungen auf seinem Konto. Er war verheiratet mit einer 15jährigen und hatte ein Kind mit ihr. Er verließ sie fünf Jahre später: " Ich habe es einfach nicht fertig gebracht sie zu töten ".

Allerdings ermordete er mehrere andere Frauen, darunter eine Kellnerin, weil sie auf seine Annäherungsversuche nicht eingegangen war. Weiterhin überfiel und beraubte er eine 65jährige Frau, an der er sich auch verging. Ein paar Monate später, am 13 Juli 1966, vergewaltigte und ermordete er in Chicago 8 Frauen.

Er war bewaffnet mit einem Messer und einem Gewehr in ein Schwesternwohnheim eingebrochen und wurde dort von 9 Schwesternschülerin überrascht. Er fesselte alle und zerrte sie nacheinander in ein anderes Zimmer. Dort verging er sich an ihnen und ermordete sie. Das Motiv: Niemand sollte ihn identifizieren können. Eine neunte Schwesternschülerin hatte sich unter einem Bett versteckt und musste miterleben, wie Speck unmittelbar über ihr eine ihrer Freundinnen vergewaltigte und ermordete. Speck hatte sich offenbar verzählt, denn nach der achten Bluttat verließ er das Haus. So konnte die neunte entkommen und der Polizei eine ziemlich exakte Beschreibung des Täters geben.

Unter anderem erinnerte sie sich an eine Tätowierung auf Specks linken Arm mit der Aufschrift "Born to raise Hell". Dieser Hinweis wurde an die Unfallstationen sämtlicher Krankenhäuser verschickt. Wenige Tage nach dem Blutbad suchte Speck wegen einer Wunde ein Krankenhaus auf. Die Tätowierung wurde erkannt, und er konnte verhaftet werden.

Speck wurde später zum Tode verurteilt. Dieses Urteil wurde jedoch annulliert, da er iin dem geschlechtsbestimmenden 23 Chromosomenpaar ein zusätzliches Y Chromosom hatte. Wissenschaftler gingen damals davon aus, dass dieses genetische Anomalität bei Männern kriminalitätsfördernd wirkt.

Das Urteil wurde widerrufen und Speck wurde wegen achtfachen Mordes zu 600 Jahren Gefängnis verurteilt. Speck starb 1991 im Alter von 49 Jahren an einem Herzinfarkt.

 

20.08.2006 14:00:00
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CHARLES WHITMAN

Whitman wurde bekannt durch seinen Amoklauf am 1. August 1966, als er von einem Gebäude der Universität aus mehrere Menschen erschoss und verwundete. Insgesamt tötete er 16 Menschen und verletzte 66 weitere. Sein letztes Opfer starb 2001 an den Folgen seiner Verletzung.

Charles Whitman wurde 1941 geboren. Er durchlebte eine normale Kindheit und Jugend bis 1966 seine Eltern ihm gestanden, dass sie sich scheiden lassen wollten. Von diesem Moment an änderte sich der 25jährige Ex-Marine.

Er konnte die Scheidung seiner Eltern nicht verkraften, hatte ständig Kopfschmerzen und wurde gewalttätig gegenüber seiner Frau und seinen Mitmenschen. Whitman suchte daraufhin einen Psychiater auf, doch dieser konnte nichts feststellen. Seine Frau und seine Mutter führten sein verändertes Verhalten auf den Stress ab, welchen er durch sein Studium hatte.

Am 30 Juli 1966 schrieb Whitman folgende Sätze: "l am prepared to die. After my death, I wish an autopsy on me to be preformed to see if there is any mental disorder." In derselben Nacht erstach er seine Mutter und seine heimkehrende Frau. Danach schrieb er einen Hasserfüllten Brief an seinen Vater. Der Brief endete mit "Life is not worth living."

Am nächsten Morgen packte er Sandwichs, Toilettenpapier, ein Transistorradio, mehrere Gewehre und Pistolen mit Munition ein, und steuerte das Universitätsgelände in Texas an. Er betrat die Eingangshalle des Glockenturms und erschoss sofort die Empfangsdame. Auf dem Weg zum Turm erschoss er weitere 2 Menschen, denen er im Treppenhaus begegnet war. Whitman harrte kurz aus und beobachtete den Campus. Dann schoss er auf alles was sich bewegte. Whitman tötete 16 Menschen und verwundete 30 weitere.

Ein Polizist beendete nach 90 Minuten seinen Amoklauf, indem er Whitman erschoss. Bei der folgenden Autopsie entdeckte man einen Tumor in Whitmans Gehirn, welcher wahrscheinlich für sein verändertes Verhalten ursächlich war. Ein eindeutiger Beweis dafür konnte jedoch nie erbracht werden.

Nach der Tragödie wurde die Plattform für zwei Jahre für die Öffentlichkeit geschlossen. Sie wurde 1968 wieder geöffnet, aber nach einer Anzahl von Selbstmorden 1975 wiederum geschlossen. Sie blieb bis 1998 unzugänglich, als ein Metalldetektor am Haupteingang angebracht wurde. Obgleich geführte Touren nicht die Schüsse erwähnen, beantworten Führer alle Fragen. Während die Sitze, die ursprünglich das Geländer säumten, entfernt wurden, sind noch die vergipsten Einschusslöcher in der Wand sichtbar.

An 12. November 2001 starb David Gunby an den langfristigen Nierenkomplikationen, die ihm der Schuß am 1. August 1966 zugefügt hatte. Er war eines der ersten Opfer, die der Scharfschütze getroffen hatte. Gunby wurde mit einer Niere geboren, die durch das Projektil Whitmans durchbohrt wurde. Außer seiner verschlechternden Nierensituation verlor er auch noch sein Augenlicht. Der Bericht des Untersuchungsrichters bezeichnete als Todesursache "Totschlag", die frühere Wunde betreffend.

Die Todesopfer:

Margaret Whitman, seine Mutter
Kathy Whitman, seine Frau
Edna Townsley-Tower, Rezeptionistin, getötet an ihrem Schreibtisch
Marguerite Lamport, Besucherin, getötet auf den Stufen zur Plattform
Mark Gabour, Neffe von Marguerite Lamport, ebendort
Thomas Frederick Eckman, bekam einen Schuß in die Schulter neben seinen Nacken, als er sich gerade über das Opfer Claire Wilson beugte
Robert Hamilton Boyer, Physikprofessor, in den Rücken geschossen
Thomas Ashton, Auszubildender für das Peace Corps, in die Brust geschossen, starb im Krankenhaus
Karen Griffin, 17 Jahre alt, Lungenschuß, starb eine Woche später im Spital
Thomas Karr, Schuß in den Rücken, als er mit Karen Griffin spazieren ging
Billy Paul Speed, erschossen durch eine Lücke in der Brüstung
Harry Walchuk, Medizinstudent, sechsfacher Vater
Paul Bolton Sonntag, Student, wurde in den Mund geschossen, als er hinter seiner Deckung, einem Auto, aufsah
Claudia Rutt, saß neben Sonntag, wurde getroffen, als sie ihm helfen wollte, starb im Krankenhaus
Roy Dell Schmidt, Elektriker, auf der Straße neben seinem Truck erschossen
David Gunby, starb 2001 an Komplikationen durch einen Schuß Whitmans, der seine einzige Niere traf

20.08.2006 14:00:00
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THOMAS HAMILTON

Es war halb zehn am Vormittag des 13. März 1996 in dem Ort Dunblane, einer kleinen Stadt im schottischen Hochland. Obwohl Menschen kaum friedlicher sein konnten als die 7200 Einwohner des Städtchens, war Thomas Hamilton an diesem Tag bis an die Zähne bewaffnet. Der Waffennarr verfügte über ein großes Arsenal an Feuerwaffen.

Der verschmähte Pfadfinder lud vier Pistolen und marschierte in eine Schule. In der Turnhalle der Grundschule treiben gerade die 28 Schüler der Klasse von Gwenne Mayor Sport. Hamilton betrat die Halle, zog die erste seiner Waffen und feuerte wild in die Schar der Kinder. Die Lehrerin warf sich schützend vor ihre Schüler und starb im Kugelhagel.

Drei Minuten später waren 16 Kinder im Alter von fünf und sechs Jahren tot, 12 weitere schwer verwundet. Hamilton soll die Schüler regelrecht durch die Turnhalle gejagt haben, alle hatten Kopfschüsse. Als der Amokläufer seine vier Pistolen fast leer geschossen hatte, tötete er sich selbst.

Thomas Hamilton war in der Stadt als Sonderling bekannt. Hamilton liebte Buben, man wusste es, seine Wohnung hatte er mit Fotos tapeziert. Er selbst bezeichnete sich als "freischaffender Fotograf". Die Polizei wusste auch, dass er Waffen besaß und dass er vor zwanzig Jahren als Pfadfinderführer abgesetzt worden war, wegen "unpassendem Benehmen".

Hamilton war 43, ein unauffälliger, arbeitsloser Einzelgänger, der in einer schäbigen Dreizimmerwohnung lebte. Er konnte sich trotz seiner Vorgeschichte als Turnlehrer betätigen. Dabei machte der 43jährige sich vor allem wegen seiner pädophilen Neigungen unbeliebt. Wenige Tage vor der Bluttat beschwerte er sich darüber, dass er überall als "pervers" verschrien sei.

In der letzten Woche seines Lebens hatte Hamilton der Queen einen Brief geschrieben und sich wieder einmal über seinen Rausschmiss bei den Pfadfindern beklagt, er sei das Opfer von "Rache".

 

20.08.2006 14:00:00
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WALTER SEIFERT

Der psychisch kranke Walter Seifert drang am 11. Juni 1964 kurz nach 9.00 Uhr in das Schulgelände der Katholischen Volksschule in Köln-Volkhoven ein. Mit einem selbst gebastelten Flammenwerfer und einer Lanze griff er Schülerinnen und Lehrerinnen an.

Zum Zeitpunkt des Anschlages waren 8 Lehrkräfte und etwa 380 Kinder in der Schule. 28 Kinder wurden schwer verletzt, 8 von ihnen starben an ihren Verletzungen. Der Attentäter tötete 2 Lehrerinnen; 2 weitere Lehrerinnen wurden schwer verletzt.

Zur Katholischen Volkschule gehörten neben einem Hauptgebäude noch drei Holzpavillons, in denen sechs Klassenzimmer untergebracht waren. Diese Pavillons standen auf dem Schulhof. Kurz vor der großen Pause betrat Walter Seifert das Schulgelände und versperrte das kleinere Schultor mit einem Holzkeil.

In einer Ecke des Schulhofes erteilte die Lehrerin Anna Langohr gerade einer Gruppe von Mädchen Sportunterricht. Seifert lief zuerst zum vierklassigen Pavillon. Er warf mit der Eisenschleuder die Scheiben ein und richtete den Feuerstrahl von außen durch die Fenster in die Klassenräume. Die Holzklassenräume und die Kleider der Kinder fingen sofort Feuer. Die Lehrerin Gertrud Bollenrath konnte bei einigen Kindern die Flammen ersticken. Dann lief sie selber auf den Schulhof und stellte sich dem Amokläufer in den Weg. Seifert stach sie mit der Lanze nieder. Inzwischen waren die Kinder aus dem Pavillon auf den Hof gelaufen und liefen – unter Schock stehend – schreiend mit teilweise brennenden Kleidern durcheinander. Seifert richtete gezielt den Flammenwerfer auf die Kinder.

Auch die Turngruppe griff er an. Hier stellte sich ihm die Lehrerin Frau Langohr in den Weg, die er mit einem Feuerstrahl lebensgefährlich verletzte. Von hier aus stürmte er zum gegenüberliegenden Pavillon. Dort versuchten die Lehrerinnen Kuhr und Kunz die Flügeltüren zuzuhalten. Doch Walter Seifert war stärker und riss eine der Türen aus den Rahmen. Dabei verlor Ursula Kuhr das Gleichgewicht und fiel hin. Seifert stach mit der Lanze mehrmals auf die am Boden liegende Lehrerin ein. Schließlich flüchtete Seifert auf ein Feld, wo er später von der Polizei gestellt wurde.

Inzwischen hatten Männer von der Müllabfuhr das Tor aufgebrochen und löschten die Kinder mit Decken und Kleidern. Sie hielten vorbeifahrende Autos ans, die die ersten Kinder in das Heilig-Geist-Krankenhaus brachten. Zwischenzeitlich eingetroffene Fahrzeuge der Feuerwehr, des Malteser Hilfsdienstes und der Bundeswehr brachten die übrigen verletzten Kinder und die Lehrerinnen in die Universitätsklinik Lindenburg, das Heilig-Geist-Krankenhaus, das Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße und das Vinzenzkrankenhaus in Nippes.

Die Krankenhäuser wurden mit den modernsten Geräten zur Behandlung von Hautverbrennungen ausgerüstet. Die Kölner Ärzte und hinzugezogenen Spezialisten kämpften wochenlang um das Leben der Kinder, die zum Teil Verbrennungen bis zu 90 Prozent hatten.

Dorothea Binner, Renate Fühlen, Ingeborg Hahn, Ruth Hoffmann, Klara Kröger, Stephan Lischka, Karin Reinhold und Rosel Röhrig erlagen jedoch ihren schweren Verletzungen. Sie wurden auf dem Friedhof Weiler beigesetzt. 1969 wurde neben ihren Gräbern ein Denkmal aufgestellt – eine Säule, an der Flammen Blätter umzüngeln.

Die übrigen schwer verletzten Kinder mußten sich noch monatelangen, schmerzhaften Behandlungen unterziehen, die nicht verhindern konnten, daß neben Brandmalen physische und psychische Folgeschäden zurückblieben.

Die 24jährige Lehrerin Ursula Kuhr starb noch auf dem Schulhof. Nach ihr wurde 1965 die katholische Volksschule in Köln-Heimersdorf, Volkhovener Weg, benannt. Die 62 jährige Lehrerin Gertrud Bollenrath erlag kurz nach 13.00 Uhr ihren Verletzungen im Heilig-Geist-Krankenhaus. Nach ihr wurde 1986 die Sonderschule am Fühlinger Weg benannt.

Der Attentäter Walter Seifert hatte auf der Flucht eine Kapsel mit dem Pflanzengift E 605 geschluckt. Er starb abends in der Lindenburg.

Über das Motiv der Tat sprach Dr. Manfred Gundlach, Leiter der Mordkommission: „Der Mann wollte mit einer Demonstrativtat die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich lenken. Seifert war wegen einer Tuberkuloseerkrankung seit Jahren arbeitsunfähig gewesen. Er hatte vergeblich versucht, eine Kriegsrente geltend zu machen. Er schrieb mehrere verworrene Briefe an den Gesundheitsdezernenten, den Oberstadtdirektor und den Regierungspräsidenten, in denen er sich beklagte, von den Amtsärzten ungerecht behandelt worden zu sein.

Seiferts letzte Worte sollen gewesen sein: „Der Obermedizinalrat ... wollte mich töten. Das ist die Rache dafür.“ Jahre zuvor war seine Frau im Kindbett gestorben. Dies gilt als mögliches Motiv, warum er sich für seine Rache die Kinder der Volksschule Volkhoven ausgesucht hatte. Mehrere Amtsärzte hatten ihm schizophrene Effekte bescheinigt. Er galt jedoch nicht als gewalttätig.

Die Tat hat weit über Köln hinaus Entsetzen und eine große Hilfswelle ausgelöst. Menschen aus aller Welt spendeten 850.000 DM für die verletzten Kinder und deren Angehörige. Wenige Tagen nach dieser schlimmen Tat wurden die Schulbaracken von Volkhoven nach einem Ratsbeschluß abgerissen. Sie sollten nicht länger an dieses grausige Geschehen erinnern.


 

20.08.2006 14:00:00
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ERNST WAGNER

September 1913. Die Abendsonne schickt ihre letzten Sonnenstrahlen auf die Terrasse der Familie Wagner in Degerloch. Ernst August Wagner genießt mit seiner Frau und den vier Kindern den lauen Spätsommerabend. Doch die Idylle trügt: Er hat seit Jahren einen grausamen Plan im Kopf, den er an diesem Abend in die Tat umsetzen wird. Mit einem Totschläger und einem Messer ermordet er seine Frau und seine vier Kinder.

Dann greift er zur Pistole und holt aus dem Keller den mit Munition voll gestopften Rucksack, den er bereits vor Tagen gepackt hat. Er schwingt sich in den Sattel seines Rades, fährt nach Stuttgart und von dort mit dem Zug weiter nach Mühlhausen bei Vaihingen/Enz. Um Mitternacht zündet er die Ortschaft an allen vier Ecken an. Er versteckt sich, die Pistole im Anschlag. Er wartet, bis die Menschen vor den Flammen flüchten und schießt dann wahllos auf die Fliehenden. Er tötet zwölf Menschen, acht weitere werden schwer verletzt. In derselben Nacht wird Wagner überwältigt und ins Gefängnis nach Heilbronn gebracht. Ermittler finden in seinem Haus in Degerloch Wagners Tagebuch. Dort beschreibt er detailliert seinen grausamen Plan, der mit dem Blutbad in Mühlhausen für ihn noch nicht beendet war.

Wäre Wagner aus Mühlhausen die Flucht gelungen, hätte er in Ludwigsburg weitergemordet. Sein nächstes Ziel wäre Eglosheim gewesen, wo seine Schwester mit ihrer Familie wohnte. So wie seine Frau und seine eigenen vier Kinder sollten auch sie nicht mehr weiter leben.
Sein eigenes Leben wollte Wagner zum Finale beenden - inszeniert wie in einem schlechten Hollywoodstreifen: Das Schloss wollte er anzünden und danach im Bett des Herzogs Carl Eugen die Waffe gegen sich selbst richten.

Vor dem Landgericht in Heilbronn wird Wagner der Prozess gemacht. Schnell sind sich die Gutachter einig: Wagner leidet an Verfolgungswahn. Zwei voneinander unabhängige Gutachten der damals führenden Psychiater Deutschlands - Robert Wollenberg aus Straßburg/Elsass und Robert Gaupp aus Tübingen - bestätigen dies.
Jahre zuvor hatte sich Wagner in Mühlhausen an einer Kuh vergangen. Er war überzeugt davon, so die psychologischen Gutachter, dass allen Mühlhausenern das schreckliche sexuelle Abenteuer bekannt gewesen sei. Spätere Zeugenaussagen widerlegten jedoch diesen Verdacht Wagners.

Die Psychologen stuften den Degerlocher Lehrer als nicht zurechnungsfähig ein. Auch deswegen schrieb der Fall Wagner Geschichte - denn erstmals wurde damals in der Württembergischen Geschichte ein Prozess wegen Unzurechnungsfähigkeit eingestellt. Ernst Wagner wurde am 4. Februar 1914 in die Heilanstalt Winnentahl eingeliefert.

In der Psychiatrie entwickelt sich Ernst Wagner zum Dichter. Er schreibt mehrere Dramen. Sie alle haben etwas gemeinsam: Es geht um Wahn. Wagner ist von seinem Können fest überzeugt und will ein Stück auf die Bühne bringen.
Er schreibt an den Direktor des Nationaltheaters in Mannheim, immerhin wurde dort Schiller aufgeführt. Wagner sah so für sein Werk - ebenfalls das eines Schwaben - gute Chancen. Mit Gott und der Welt soll der Mann korrespondiert haben, der sein Lebensende in der Winnender Psychiatrie fand: 1938 starb er dort an Lungentuberkulose.

 

20.08.2006 14:00:00
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DYLAN KLEBOLD & ERIC HARRIS "LITTLETON MASSAKER"

Dylan Bennet Klebold, wurde am 9. September 1981 in Lakewood, Colorado geboren. Eric Harris war 18. Beide lebten in Littleton, Denver im US-Bundesstaat Colorado.

Eric Harris hatte eine Homepage im Internet, auf welcher er die Tat ankündigte, offiziell gegen Ausländer hetzte und auch Zeichnungen und eine genaue Anleitung zum Bauen verschiedener Bomben veröffentlichte. Natürlich wurde die Seite schnellstmöglicht entfernt, aber es geistern noch einige Kopien umher, die allerdings auch immer wieder die URL ändern.

Dylan Klebold und Eric Harris stürmten am 20.04.1999 (Hitlers 110. Geburtstag) die Columbine Highschool in Littleton, Denver. In ihrem Amoklauf töteten sie 13 Menschen (9 Jungen, 3 Mädchen und einen Lehrer), es gab über 20, zum Teil schwer Verletzte. Die beiden verschanzten sich in der Schulbibliothek, wo sie schließlich Selbstmord begingen.

Anscheinend hatten sie vorgehabt die ganze Schule in die Luft zu sprengen. Die beiden Waffennarren hatten - vielleicht schon Tage vor dem Massaker - in ihrer Schule Bomben versteck, die sie selbst gebaut hatten. Ein Tagebuch von einem der Täter wurde sichergestellt. Darin wird beschrieben daß sie über 500 Mitschüler und Lehrer töten wollten, das Gebiet um die Schule herum verbomben, ein Flugzeug anfordern und es über New York abstürzen lassen.

Bei der Tat verwendeten sie ein 2 MP's, zwei Schrotflinten, ein halb-automatisches Gewehr und mehrere hundert Schuss Munition Sicher ist, daß sie alle auf einer Waffenshow in Denver gekauft wurden und Dylans Freundin Robyn eine Waffe besorgte. Augenzeugen berichteten daß Eric und Dylan gelacht haben, ihre betenden Mitschüler verhöhnten und ihnen aus nächster Nähe ins Gesicht schossen.

Nach dem Massaker wurden noch wochenlang Schulen evakuiert weil Bombendrohungen eingingen. In Chicago wurden zwei Schüler (16, 17) festgenommen, die ebenfalls ein Bombenattentat auf ihre Schule vorbereitet hatten. In Washington wurden 17 Highschools wegen Drohungen geschlossen. In Texas wurden drei 14jährige festgenommen, die eine Nachahmungstat planten. Überall in Amerika wurden Schüler in Trenchcoats des Unterrichts verwiesen.

20.08.2006 14:00:00
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MARTIN BRYANT

Martin Bryant hat eine Zeit lang anscheinend als eine Art Sohnersatz bei einer exzentrischen Millionärin in Tasmanien gewohnt. Nach ihrem Tod wurde er Alleinerbe. Zum Zeitpunkt der Tat war er 28 Jahre alt. Geistig soll er auf dem Niveau eines 11jährigen sein.

Am 28. April 1996 fuhr Martin Bryant zu einem älteren Ehepaar, mit dem er schon seit einiger Zeit Probleme wegen des Verkaufs ihres Grundstückes hatte. Sie wollten ihm das Land nicht verkaufen. Martin erschoss die beiden in ihrem Haus und fuhr anschließend zu einem Touristenpark auf der tasmanischen Insel Porth Arthur.

Er ging mit einer Sporttasche voller Waffen in ein Cafe und schoss dort sehr gezielt und eiskalt auf die Gäste. Die anderen Touristen auf dem Parkplatz dachten zunächst an Filmaufnahmen, bis Martin heraus kam und auch auf dem Parkplatz um sich schoss. Er ging sogar in die Busse und suchte nach Menschen, die sich dort versteckt hielten.

Einen Mann nahm er als Geisel mit und fuhr mit ihm zurück zum Haus des älteren Ehepaares, mit dem er Streit gehabt hatte. An einer Tankstelle erschoss er 2 weitere Personen.

Er verschanzte sich 18 Stunden lang in dem besagten Haus, dann zündete er es an, wollte offenbar Selbstmord begehen. Er kam jedoch doch noch, nackt und schwer verletzt, heraus und wurde ins Krankenhaus gebracht (übrigens in dasselbe in dem die Verletzten seines Amoklaufes lagen).

Die Bilanz waren 35 Tote und 19 Verletzte. Es war das größte Massaker in der Geschichte des Australischen Kontinents.

Sieben Monate nach dem Amoklauf begann der Prozess gegen Martin Bryant. Ihm wurde zwar die Intelligenz eines 11jährigen zugesprochen, jedoch auch volle Schuldfähigkeit. Bei seinen Aussagen vor Gericht fing er heftig an zu lachen. Im November wurde er zu 35mal lebenslänglicher Haft und zusätzlichen 777 Jahren Gefängnis verurteilt.

Seitdem sitzt er in Porth Arthur in einer sehr karg eingerichteten Zelle und wird rund um die Uhr bewacht. Nur ausgewählte Gefangene dürfen Kontakt zu ihm haben. Bryant hat inzwischen den dritten Selbstmordversuch hinter sich. Beim ersten Mal wollte er sich mit Verbandsmaterial selbst strangulieren, dann versuchte er eine aufgerollte Zahnpastatube zu verschlucken. Zuletzt wurde er völlig betäubt in seiner Zelle gefunden. Anscheinend hatten ihm andere Häftlinge Medikamente zukommen lassen.

Die Regierung hat aufgrund dieses Falles ihre Waffengesetze verschärft. In einem Rücklauf Programm wurden bislang über 383 000 Waffen aus Privathänden aufgekauft.

Die Opfer Bryants:

Royce Thompson 59 Jahre,
Janet Quin 50 Jahre,
Nanette Mikac 36 Jahre,
Madeline Mikac 3 Jahre,
Andrew Mills 39 Jahre,
Mary Nixon 55 Jahre,
Elizabeth Howard 26 Jahre,
Jason Winter 39 Jahre,
Nicole Burgess 17 Jahre,
Sally Martin 70 Jahre,
David Martin 70 Jahre,
Elva Gaylard 48 Jahre,
Walter Bennett 66 Jahre,
Raymond Sharp 67 Jahre,
Kevin Sharp 69 Jahre,
Sarah Loughton 15 Jahre,
Mervyn Howard 55 Jahre,
May Howard 57 Jahre,
Pauline Masters 49 Jahre,
Dennis Lever 53 Jahre,
Ronald Jary 71 Jahre,
Peter Nash 32 Jahre,
Anthony Nightingale 43Jahre,
Tony Kisten 51 Jahre,
Zoe Hall 28 Jahre,
Glen Pears 35 Jahre,
Helen Salzman ?? Jahre,
Robert Salzmann 56 Jahre,
Jim Pollard 72 Jahre,
Kate Scott 21 Jahre,
Gwenda Neander 67 Jahre,
William Ng Mokya ?? Jahre,
Sue Ling Chong 36 Jahre,

 

20.08.2006 14:00:00
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TIMOTHY MCVEIGH & TERRY NICHOLS

Es war ein schöner, sonniger Frühlingsmorgen an jenem 19. April 1995 - der Tag, an dem sich die Welt für die US-Amerikaner mit einem Schlag verdunkelte. Um 9.02 Uhr explodierte eine Bombe in Oklahoma City und zerstörte das Alfred Murrah Haus, ein Behördengebäude. 168 Menschen - darunter 19 Kinder starben, fast 600 Menschen wurden verletzt.

Die Bergung der Opfer dauerte mehr als zwei Wochen, wobei die Helfer der Rettungsmannschaften selbst ihr Leben riskierten. Die Amerikaner konnten nicht begreifen, dass Landsleute für das Verbrechen verantwortlich waren, und nicht wie zunächst vermutet palästinische oder islamische Fundamentalisten.

Der US-Amerikaner Timothy McVeigh, der im Golfkrieg als guter Soldat ausgezeichnet worden war, ein rechtsextremer Eiferer, wollte Blut durch Amerikas Straßen fließen sehen. Er löste ein Massen-Trauma aus: 140 000 Menschen haben nach dem Terroranschlag an Gruppentherapien teilgenommen.

Der Prozess um den grausamsten Terrorakt der US-Geschichte wurde nach Denver verlegt, weil es unmöglich war, unter den 445 000 Einwohnern Oklahoma Citys zwölf unbefangene Geschworene zu finden.

McVeigh wurde 1997 zum Tode verurteilt, Mittäter Terry Nichols zu lebenslanger Haft. Sechs Jahre nach dem Bombenanschlag von Oklahoma wurde Timothy McVeigh in den USA hingerichtet. Er starb am Montagmorgen den 11.6.2001 im Bundesgefängnis von Terre Haute durch eine Giftinjektion. McVeigh sei sehr ruhig und gefasst gewesen; er habe sich fast “kooperativ“ verhalten.