ohne titel
Die Traumfrau aus dem Supermarkt
Das Singleleben ist schön, es sei denn man wird zu einer Party eingeladen und der Iniziator verschweigt einem das sonst nur Päärchen kommen. Boah, was können die nerven. Und das nicht nur durch die hohen Dosen Harmonie die sie, zumindest nach außen hin, versprühen. Nicht durch den in Extremfällen vorkommenden Partnerlook, der besonders schlimm ist wenn der gemeinsame Hund noch genauso aussieht. Auch nicht das sie dauernd "Ich" durch "Wir" ersetzen müssen (WIR sind müde, WIR müssen jetzt nach Hause). Nein, besonders schlimm ist ihr Mitleid für mich als Single! Sind die bescheuert? Rein rethorische Frage...
Und um das Ganze noch zu toppen kommt dann immer das Gleiche: "...wart nur mal ab, irgendwann wird die Richtige schon kommen. Ganz unverhofft, zum Beispiel im Supermarkt."
Nein, nicht etwa auf der Herrentoilette, im Stau, beim Frikadellenkönig oder sonstwo, nein, es ist IMMER im Supermarkt!
Hallo??? Wart ihr schon mal Einkaufen???
Wie sieht denn so ein ganz normaler Supermarktbesuch aus?
Ich schraub zu Hause an meinem Moped rum und stell fest das ich kein Motoröl mehr hab. Tabak ist auch bald alle und irgendwie hab ich keine Lust heute was zu kochen. Der Entschluss ist schnell gefasst, ich fahr grad einkaufen!
Nach dem Parkplatzspass der sicherlich ein eigenes Thema wert ist erreicht man die Eingangstür. Jetzt noch nen Euro suchen und nen Einkaufswagen kaufen. Dann vorbei an zig Sonderverkaufsflächen in so eine Art Eingangsschleuse mit zwei winzig kleinen Durchgängen. Und da fängt das Theater dann so richtig an! In der rechten Schleuse ein rüstiger Rentner der irgendwie seine Gattin verbummelt hat und völlig orientierungslos die Fahrbahn blockiert. In der Linken eine überreife Dame mit so einer fahrbaren Gehhilfe, so ein Hi-Tech-Spazierstock mit Rädern, Rückspiegel, Klingel, Bremse und ganz vielen Haken für Hand- und Einkaufstaschen.
Der ältere Herr dreht sich immernoch völlig planlos im Kreis und droht zu implodieren also stelle ich mich hinter Omma an. Irgendwann ist es vollbracht, ich bin drin! So, nu schnell die Omma rechts überholt und - nein, noch sone Omma mit Hi-Tech-Gehhilfe, wo kommt die denn her??? Platz zum Überholen wäre eigentlich immernoch genug, wenn die beiden nicht Kampflinie fahren würden. Wie sagte Nicki Lauda beim letzten Grand Prix noch? "Ranfahren ist das Eine, Überholen aber noch was Anderes. Da nützt auch Mehrleistung nix." Meine ausgesprochen gute Kinderstube verbietet mir "mach dich wech du olle Schabracke!" zu rufen und ich fahr hinterher. Links der Tchibostand weckt das interesse der einen Omma und mangels Sehkraft muss sie ganz nah ran. Endlich, ne Lücke! Zack und durch!
Nurnoch Quer durch den Laden zur Tiefkühlabteilung, Pizza kaufen.
Schon wieder nix, das nächste Hindernis! Zwei fröhliche Hausfrauen kramen im Regal und vergleichen Preise. Eine links, die andere rechts. Und beide haben nix besseres zu tun als jeweils ihren in der Mitte geparkten Einkaufswagen festzuhalten. Strassensperre!
Mir reist der Geduldsfaden und ich schepper durch die geparkten Autos. Großes Gezeter, aber was solls, wo gehobelt wird da fallen halt Späne.
Endlich an den Kühltheken, wo gibts hier Pizza? Torten, Gemüse, Fisch, Fleisch - Pizza, endlich! Rein in den Gang, vor mir ne Hausfrau, recht schnell unterwegs. Die können ja Einkaufen, ist ja deren Job. Ich kann die Türen hinter denen sich die Pizza verbirgt schon sehen, da kommt ne zweite Hausfrau von vorn. Großes Trarra, ist die Nachbarin von Hausfrau Eins. Erstmal nen Nachbarschaftlichen Plausch halten, nebeneinander versteht sich. Haben die kein Treppenhaus? "Ähm, schuldigung, darf ich mal?" "Wie, was? Jaja"
Und da Jaja ja bekanntlich Leck mich am Arsch heißt macht sie mir auch Platz, so knappe 20 Zentimeter.
Aber was solls, ich bin ja schlank, wird schon gehen. Mit ausgestrecktem Arm die Kühlschranktür aufgefummelt und dann konnte ich mir aussuchen ob Pizza mit Oliven oder Meeresfrüchte. Mag ich beides nich. Die Anderen Sorten sind hinter den nächsten Türen. Die beiden Grazien sabbeln immernoch und ich schieb die eine weg. "Junger Mann, was soll das denn?" Mutige Frage denk ich, die Antwort willste nich hören. Und was heist hier junger Mann? Ich bin älter als du du Huhn, hab mich nur besser gehalten! Sach ich natürlich nich sondern lass sie weitersabbeln.
Zwei Kühlschanktüren weiter gibts Pizza Picante, mit Pepperoni und so. Gekauft, so einfach kanns sein....
Der Weg zur Autoabteilung verläuft störungsfrei, schnell einen 5 Liter Pott Öl in den Wagen und ab zur Kasse!
Es gibt 20 Kassen, an allen gibt es Überraschungseier, Zigaretten, Kaugummis und was weiß ich. Nur meinen Tabak, den gibts nur an einer einzigen Kasse. Und an der steht ne Tante mit 2(!) randvollen Einkaufswagen. Egal, was solls, das schaff ich jetzt auch noch.
Nur wo bitteschön hätt ich jetzt meine Traumfrau, die die ich garnich will aber nach der Ansicht einiger Pärchen unbedingt brauche, sehen, erkennen, ansprechen und mich mit ihr verabreden sollen???
Wir wissen ja nicht erst seit einer gewissen Magarinereklame wie wichtig die Produktwahl im Supermarkt im Bezug auf die Partnersuche ist. Ich beispielsweise kaufe seit Jahren keine familienfreundliche Magarine mehr, aber was hat es genütz? Nix!
Meiner Ansicht nach reicht es einfach nicht aus, durch den Einkauf zu signalisieren "Hallo, ich hab keine glückliche Familie".
Gerade an der Kasse kann man anhand der Produktwahl ja so einiges signalisieren. Die olle mit den beiden Einkaufswagen sieht nich nur scheiße aus sondern hat, wenn ich mir so anschau was die alles kauft, mindesten 50 Kinder.
Was die wohl über meinen Einkauf denkt? 10er Pack Blättchen, ne Dose Tabak, eine Tiefkühlpizza und 5 Liter Motoröl...
Uns Männern bleiben ja nicht mehr viele Möglichkeiten an der Kasse Zeichen zu setzen.
Frauen haben es da einfacher. Sie können zum Beispiel durch geschickte Auswahl von Monatshygieneartikeln sagen "Hey, ich trage schwarze Tangas und bin derart aktiv, das ich meine Binde durch Flügel fixieren muß!"
Was haben wir Männer dem entgegenzusetzen? - Garnichts!
Hier mal ein paar Ideen wie Produktdesigner dieses Problem männerfreundlicher gestalten könnten:
Auch im Supermarkt Kondome in unterschiedlichen Größen.
Zugegeben, wir würden dann alle XXL kaufen und damit die sichere Funktion beträchtlich herabsetzen. Aber was solls, soweit sind wir ja noch nicht, noch sind wir ja auf der Partnersuche. Haben wir ne Partnerin gefunden kann die ja einkaufen gehen und die tatsächlich passende Größe mitbringen.
Spülmittel in Metallflaschen mit verschweißter Verschlusskappe. Damit signalisiere ich "Ich kann zwar spülen aber bin noch mannsgenug um diese Mistkanne aufzukriegen"
Herrenunterhosencolorwaschpulver. "Ja, ich habe Unterhosen zum wechseln und die sind auch nicht alle weiß!"
Staubsaugerbaukästen und kalorienarmes Motoröl. "Ich bringe mein handwerkliches Geschick auch in die tägliche Hausarbeit ein und achte auf meine Ernährung!"
Man(n) könnte diese Liste beliebig verlängern, aber ich möchte hier nur eine mögliche Richtung aufzeigen.
In diesem Sinne
Chrom